Feuerwehreinsatz : Schmelzwasser blockierte Kanaltunnel

Flüssiges Hindernis: An der tiefsten Stelle des Kanaltunnels stand das Wasser zum Teil knöcheltief. Ein Pumpenwagen saugte es gegen 6 Uhr ab.
Flüssiges Hindernis: An der tiefsten Stelle des Kanaltunnels stand das Wasser zum Teil knöcheltief. Ein Pumpenwagen saugte es gegen 6 Uhr ab.

In der sanierten Oströhre gab es ein technisches Problem: Weil Abflüsse verstopft waren, wurde die tiefste Stelle der Fahrbahn überflutet.

shz.de von
29. März 2018, 12:04 Uhr

Technische Probleme im Straßentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal haben zu langen Staus geführt. Am frühen Gründonnerstagmorgen mussten sich hunderte Autofahrer in Geduld üben. Um 4.20 Uhr wurde die Rendsburger Feuerwehr alarmiert. Grund: An der tiefsten Stelle der Oströhre hatte sich Schmelzwasser gesammelt. Es stand bis zu 20 Zentimeter hoch auf der Fahrbahn. Nach Schilderung von Gerrit Hilburger, Wehrführer in Rendsburg, waren die Regenwasserpumpen im Tunnel ausgefallen. Die für das Bauwerk zuständige Kanalverwaltung präzisierte diese Angaben am Nachmittag. Nach Angaben von Martin Bröcker, Projektleiter für die Grundinstandsetzung des Tunnels beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau, waren die Abflüsse in der Tunnelmitte verstopft. Dadurch habe das Regenwasser nicht mehr abgepumpt werden können. Die Pumpen an sich seien intakt. Zu allem Überfluss wurde die Höhenkontrolle vor dem Tunnel mehrfach ausgelöst. Hier spielte der plötzliche Wintereinbruch über Nacht eine Rolle. Mehrere Lastwagen-Fahrer hatten versäumt, die dicke Schneedecke auf dem Dach zu entfernen. Dadurch überschritten die Fahrzeuge die erlaubte Maximalhöhe von vier Metern zum Teil deutlich.

Wegen des Hochwassers im Tunnel waren Feuerwehr und Polizei bis um kurz vor 7 Uhr im Einsatz. Gegen 6 Uhr saugte eine Büdelsdorfer Tiefbaufirma das Wasser in einen Tankwagen und sorgte wieder für freie Fahrt. Für die Arbeiten musste die Oströhre etwa 30 Minuten voll gesperrt werden. Davor war der Verkehr in Richtung Norden einspurig durch den Tunnel geführt worden. Wer in Richtung Süden unterwegs war, musste ab etwa 5 Uhr lange Umwege in Kauf nehmen, um auf die andere Kanalseite zu gelangen. Vor allem an der Fähre Nobiskrug zwischen Schacht-Audorf und Rendsburg kam es zu langen Wartezeiten.

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