Neuer Stadt-Slogan gesucht : Schluss mit „Hier passiert die Welt“

Näher zusammen: Monika Heise, Susanne Mau und Anke Samson (v.l.) bilden eine Bürogemeinschaft am Schiffbrückenplatz.
Näher zusammen: Monika Heise, Susanne Mau und Anke Samson (v.l.) bilden eine Bürogemeinschaft am Schiffbrückenplatz.

Das veränderte Rendsburger Tourismus- und Stadtmarketing stellt sich heute mit einem Tag der offenen Tür vor. Ein Projekt, das zum Start angeschoben wird: Bis Mitte 2014 soll ein neues Motto für die Stadt feststehen.

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21. November 2013, 19:07 Uhr

Zum Neustart gehört eine Telefonumfrage. Noch vor Weihnachten erhalten 550 Menschen ab 14 Jahren in und um Rendsburg den Anruf einer Hamburger Agentur. Etwa 15 Minuten werden sie zur Kanalstadt interviewt. Wie sieht Ihr eigenes Bild der Stadt aus? Was sollte sich in Rendsburg verändern? Was vermissen Sie? Diese und andere Standardfragen gehören zur sogenannten Nullbefragung, die das Image Rendsburgs beleuchten und in drei Jahren wiederholt werden soll. Aus den Unterschieden erhofft man sich Erkenntnisse, ob die Arbeit des Stadtmarketings mittelfristig Erfolg gebracht hat.

Die Erhebung unter wissenschaftlicher Begleitung der Fachhochschule Westküste ist eines der ersten sichtbaren Projekte des neuen Tourismus- und Stadtmarketings, das von drei Partnern gemeinsam gebildet wird. Die Bürogemeinschaft aus Anke Samson (RD-Marketing), Monika Heise (Tourismus Mittelholstein) und Susanne Mau (Stadt Rendsburg) stellt sich heute Nachmittag mit einem Tag der offenen Tür vor. Innerhalb des Dreigestirns arbeiten alle drei Damen gleichberechtigt. Bürgermeister Pierre Gilgenast sieht jedoch Susanne Mau in der Rolle der Sprecherin. Ihre Planstelle sei trotz des neuen Arbeitsplatzes am Schiffbrückenplatz nach wie vor im Rathaus angesiedelt, und sie habe den kürzesten Draht in die Verwaltung. Hinzu kommt, dass Samson und Heise ihre Vereinsarbeit für RD-Marketing und Tourismus Mittelholstein unverändert fortsetzen.

Die Umfrage zählt zum im März von der Ratsversammlung verabschiedeten und von der Aktivregion geförderten „Starterpaket“, für das die Stadt in den nächsten vier Jahren insgesamt 150 000 Euro ausgibt – zusätzlich zu 193 200 Euro jährlichen Kosten für das eigentliche Stadtmarketing-Triumvirat.

Geld, das auch für ein völlig neues Erscheinungsbild („Corporate Design“) genutzt werden soll. Der Slogan „rendsburg. hier passiert die welt“ wandert in den Schredder. „Ihn wird es spätestens ab Mitte nächsten Jahres nicht mehr geben“, sagt Gilgenast. Nicht nur die oft bemängelte Doppelzüngigkeit des Satzes, auch die Kleinschreibung stört den Bürgermeister. „Der Name Rendsburg gehört in Zukunft groß geschrieben.“

Eine Agentur wird beauftragt, Vorschläge für ein neues Motto zu entwickeln. Die Rendsburger sollen mitreden und eigene Ideen einbringen können. „Es wird eine Bürgerbeteiligung geben“, sagt Susanne Mau. „In welchem Rahmen, steht noch nicht fest.“ Bürgermeister Pierre Gilgenast hält ein Votum wie bei den Entwürfen zu den historischen Bauten am Schloßplatz für denkbar. Im Juli konnten die Leser der Landeszeitung per Telefon ihren Favoriten wählen.

Ebenfalls in Arbeit ist ein neuer Internetauftritt der Stadt. Hier sollen alle Aktivitäten von Ausschussarbeit bis Zukunftswerkstatt künftig gebündelt dargestellt werden. „Die Voraussetzungen für einen gemeinsamen Marktauftritt aus einer Hand wurden durch die Beauftragung eines einheitlichen Corporate Designs und der Zusammenführung touristischer und Stadtmarketing-relevanter Internetseiten geschaffen“, so Susanne Mau.

Kritik an der Zusammensetzung des neunköpfigen Stadtmarketing-Beirats, der ohne die Bereiche Sport und Kultur auskommt, wiesen die Verantwortlichen zurück. „Es ist eine Entscheidung der Ratsversammlung gewesen, wer im Beirat sitzt“, sagte Gilgenast. Die Zusammenarbeit mit Vertretern der genannten Sparten finde auf anderer Ebene statt, versicherten die Damen. Neben dem Städte- und Geschäftstourismus solle auch die einmalige Wasserlage von Rendsburg als Alleinstellungsmerkmal entwickelt und gestärkt werden.

>Tag der offenen Tür, heute von 13 bis 17 Uhr, Schiffbrückengalerie, 1. Stock, Zugang über Eingang Parkdeck, Schiffbrückenplatz 17. Nach Angaben des Stadtmarketings sind auch Bürgerinnen und Bürger ohne Einladungskarte willkommen.

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