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Landeszeitung

22. August 2017 | 11:57 Uhr

Oldenbüttel : Schleuse bis Ostern dicht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Tore, Spundwände, Gemäuer: Die Gieselauschleuse zwischen der Eider und dem Nord-Ostsee-Kanal ist marode. Nun wird die Schleuse geschlossen: Ab Montag, 2. November, kommt dort kein Schiff mehr durch.

Tore, Spundwände, Gemäuer: Die Gieselauschleuse zwischen der Eider und dem Nord-Ostsee-Kanal ist marode. Nun wird die Schleuse geschlossen: Ab Montag, 2. November, kommt dort kein Schiff mehr durch. Dann nimmt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Brunsbüttel eine große Bauwerksinspektion vor. Wie lange die Sperrung dauert, ist noch offen. Klar ist aber, dass umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig werden. Fällt die Schleuse dadurch länger aus, hätte das fatale Folgen für den Tourismus in der Region. Unterdessen gibt es Hoffnung auf Geld aus Berlin: Der Haushaltsausschuss hat die Gieselauschleuse in einem Vermerk im Verkehrsetat aufgenommen, der Erhaltungsinvestitionen möglich macht.

„Aus der letzten Bauwerksinspektion im Winter 2007/2008 ist uns schon bekannt, dass die Schleuse größere Schäden aufweist“, sagte Thomas Fischer vom WSA auf Nachfrage der Landeszeitung. Ihm zufolge rosten die Spundwände und die Schleusentore so stark, dass ein gefahrloser Betrieb nicht mehr möglich ist. Zudem weisen die Mauerenden (Häupter), die die Tore einfassen, Risse auf. „Spätestens Ostern wollen wir Ergebnisse über das Ausmaß der Schäden und der Reparaturarbeiten haben. So lange bleibt die Schleuse dicht“, sagte er. Das WSA gehe davon aus, dass die fast 80 Jahre alten Tore erneuert werden müssen. Ob die Reparaturen während des laufenden Betriebs möglich sind oder die Schleuse in Oldenbüttel die gesamte Sommersaison über geschlossen bleiben muss, werde sich noch zeigen.

Er habe Verständnis für die Existenzsorgen der Betreiber von Liegeplätzen und Winterlagern sowie der Gastronomen an der Eider, sagte Fischer. Sie sind von den Sportbootfahrern abhängig, für die die Gieselauschleuse der einzige Zugang zu dem Fluss ist. Derzeit könne er aber keine genaueren Angaben über die Dauer der Sperrung machen. Das stellt auch ein Risiko für die Adler-Reederei dar, die für ihre Eiderkreuzfahrten zwischen Rendsburg und Tönning mit dem Schiff „Adler-Princess“ ebenfalls auf das Bauwerk angewiesen ist. 28 dieser Touren sind laut Juliane Peter von der Reederei ab dem 6. April 2016 geplant. Sollte die Schleuse dann gesperrt sein, ziehe das einen „wirtschaftlich erheblichen Schaden“ nach sich, denn Peter zufolge liegen bereits erste Buchungen von Busreiseunternehmen vor. Darüber hinaus biete die Reederei ab dem kommenden Jahr erstmals die Teilstrecke Rendsburg-Friedrichstadt an, die dann ebenfalls in Gefahr wäre. Auch für den Tourismus sei eine längere Sperrung ein Problem, denn mit der „Adler-Princess“ werden ihr zufolge etwa 10  000 Passagiere pro Saison in die Region gebracht.

Nach einer ersten, groben Kalkulation rechnet das WSA mit Kosten von etwa zwei Millionen Euro. Das größere Problem sei laut Thomas Fischer jedoch, genug Ingenieure für die Reparatur zusammen zu bekommen. Denn das WSA habe mit den Baustellen an den Kanalschleusen in Brunsbüttel mehr als genug zu tun.

Für die Zukunft des Oldenbütteler Bauwerks gibt es seit gestern gute Nachrichten: Es wurde in einen Haushaltsvermerk im Berliner Verkehrsetat aufgenommen. Obwohl die Schleuse für die Güterschifffahrt keine Bedeutung mehr hat, kann sie so mit Fördergeldern erhalten werden – auch ohne Wirtschaftlichkeitsnachweis. Die Investition muss jedoch zur Hälfte durch öffentliche Träger aus der Region kofinanziert werden.

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erstellt am 17.Okt.2015 | 06:00 Uhr

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