Schleiereulen auf dem Dachboden

Bruterfolg:  Auf dem Bauernhof der Familie Stamp  sind junge Schleiereulen flügge geworden.
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Bruterfolg: Auf dem Bauernhof der Familie Stamp sind junge Schleiereulen flügge geworden.

Auszeichnung für den Hof der Familie Stamp

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29. Juni 2014, 12:34 Uhr

Seit fast 20 Jahren gibt es auf dem Bauernhof der Familie Stamp im Ortsteil Erfderfeld mehrere Eulenkästen und immer wieder Bruterfolge bei den Schleiereulen, in diesem Jahr gleich mit fünf Jungvögeln, die fast flügge sind. Für ihr jahrelanges Engagement überreichte Uwe Naeve, der Vorsitzende des Erfder Vereins für Naturschutz und Landschaftspflege, die Auszeichnung „Eulenfreundlicher Hof“ und hatte das entsprechendes Hinweisschild und eine Bohrmaschine gleich mitgebracht.

Auf dem Dachboden des Bauernhauses finden die Eulen reichlich Nahrung, weil dort noch Heu und Stroh gelagert werden und in der Umgebung viel Grünland ist. Ihr Bestand ist aber in der Region, wie in ganz Schleswig-Holstein, seit den letzten sehr harten Wintern stark zurückgegangen, wozu auch die Veränderungen in der Landwirtschaft mit umbrochenem Grünland und der verstärkte Maisanbau beigetragen haben.

Nach dem Sperlingskauz ist die Schleiereule hier die inzwischen seltenste Eulenart. Dabei war sie einmal die am meisten verbreitete Gattung, so dass 2008 in Erfde und Umgebung noch 56 Jungvögel gezählt wurden. Über 40 Nistkästen, finanziert vom Landesverband für Eulenschutz, stehen als Bruthilfen den Eulen, Kauzen und Turmfalken in der Region zur Verfügung, die seit mehr als zehn Jahren von Uwe Naeve betreut werden.

Seine aktuelle Zählung ergab in 20 Schleiereulenkästen ein Gelege mit neun Eiern und das Gelege bei der Familie Stamp mit fünf Jungvögeln, vier Turmfalkenbruten, davon zwei mit je sechs Eiern und zwei mit je fünf Jungen. In den 15 Steinkauz-Nistkästen konnte leider kein Bruterfolg festgestellt werden.

Der Bestand an Waldohreulen, die zum Beispiel in alten Bussardnestern brüten, ist ebenfalls stark zurück gegangen. Lediglich fünf Exemplare wurden in diesem Winter in der Nähe der Erfder Kirche gesichtet. Raufußkauz und Waldkauz brüten zur Zeit nicht in der Region. „Nach dem milden Winter deutet erfreulicherweise alles darauf hin, dass es eine gutes Mäusejahr gibt“, sagt Uwe Naeve. Ein Indiz dafür sieht er darin, daß die Turmfalken regelrechte „Mäusedepots“ anlegen. Der engagierte Naturschützer und -fotograf bittet darum, dass ihm Eulenvorkommen in der Umgebung gemeldet werden und sucht noch Hilfe durch weitere Mitstreiter bei der Eulenarbeit.


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