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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 19:35 Uhr

Schlechtes Jahr für Kreuzfahrer-Fans

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nur 61 „Weiße Riesen“ passierten den Nord-Ostsee-Kanal – 20 weniger als 2015 / Neue Saison beginnt voraussichtlich am 9. April

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 08:10 Uhr

Die Kreuzfahrtschiffe zählen zu den beliebtesten Fotomotiven am Nord-Ostsee-Kanal. Doch in diesem Jahr mussten sich die „Ship-Spotter“ mit einer weitaus geringeren Ausbeute als üblich begnügen. Auf der offiziellen Liste der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sind 61 Kreuzfahrer-Passagen aufgeführt – das sind 20 weniger als im Vorjahr. Damit setzt sich der Negativ-Trend fort. 2014 hatten noch 100 Traumschiffe den Kanal genutzt.

Das letzte Traumschiff der diesjährigen Saison wurde am 20. Dezember im Kanal gesichtet. Dabei handelte es sich um die „Black Watch“ (Bruttoraumzahl 28  600) auf dem Weg von Wismar nach Hamburg. Der in seinen Abmessungen insgesamt größte Kreuzfahrer war die 196 Meter lange „The World“ (BRZ 43  200). Das 2003 in in Dienst gestellte Schiff gilt als der erste Kreuzfahrer weltweit, der als Privatresidenz genutzt wird. An Bord befinden sich 165 Apartments. Die kleinsten sind 25 Quadratmeter groß, die opulentesten bringen es auf 350 Quadratmeter. Die beiden treuesten Schiffe in der zu Ende gegangenen Saison waren die „Saga Pearl II“ (BRZ 18  600) und die „Silver Wind“ (BRZ 17  240). Beide nutzten den Kanal jeweils fünfmal. Die neue Saison beginnt voraussichtlich am 9. April mit der „AIDAcara“ auf dem Weg von Kiel nach Bergen.

Für die Kanalpassage müssen die Reedereien Gebühren entrichten. Je nach Größe des Traumschiffes werden zwischen 5000 und 10  000 Euro fällig. Der größte Pluspunkt für den Kanal ist die Zeitersparnis. Um die Strecke zwischen Brunsbüttel und Holtenau zu bewältigen, benötigt ein Schiff etwa acht Stunden. Für die etwa 450 Kilometer längere Nordstrecke über das Skagerak hingegen müssen die Kapitäne einen Zeitaufschlag von bis zu zehn Stunden einkalkulieren.

Das Zeitkriterium ist jedoch in den vergangenen Jahren zum Unsicherheitsfaktor geworden. Wiederholte Schleusen-Probleme und damit zusammenhängende Wartezeiten von bis zu zehn Stunden kratzen am Ruf des Kanals – und machen im schlimmsten Fall jeden Fahrplan zur Makulatur. Reeder, die sicher planen möchten, entscheiden sich für die längere Nordroute – so wie im vergangenen Jahr mehrfach geschehen. Allerdings entgeht den Passagieren ihrer Schiffe die spannende und abwechslungsreiche Fahrt durch Schleswig-Holstein.

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