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Imland-Klinik : Schlaganfall: Wenn jede Minute zählt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein roter „Aufklärungs-Bus“ fährt durch die Lande, um über Therapiemöglichkeiten zu informieren.

von
erstellt am 08.Apr.2014 | 06:00 Uhr

15 Menschen – vom 18-jährigen jungen Mann bis zur 90-jährigen Greisin – wurden am vergangenen Wochenende von Freitag bis Sonntag mit einem Schlaganfall in die Imland-Klinik eingeliefert. Nur drei von ihnen kamen so rechtzeitig, dass die Therapie der Thrombolyse angewandt werden konnte. Denn viereinhalb Stunden nach Auftreten der Symptome sollte ein Blutgerinnsel aufgelöst werden; danach ist das Risiko größer als der Nutzen. Dass Zeit bei dieser Krankheit in mehrfacher Hinsicht (über)lebenswichtig ist, soll demnächst bei einer bundesweiten Aufklärungstour „Herzenssache Schlaganfall“ herausgestellt werden. Darüber informierten gestern der Chefarzt der Klinik für Neurologie mit Stroke Unit, Dr. Ulrich Pulkowski, und Oberarzt Dr. Karsten Jöster. Ein signalroter Bus macht am Montag, 28. April (10 bis 16 Uhr), auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Rondo in Büdelsdorf Station.

Auch die rund 950 Schlaganfallpatienten des Jahres 2013 kamen in der Regel sehr spät in seine Klinik, der die Stroke Unit mit zehn Betten seit 2009 angeschlossen ist, weiß Pulkowski zu berichten. Das lag zum Teil daran, dass sie die Symptome falsch deuteten oder den „Umweg“ über den Hausarzt wählten. Dieser sei „eine Katastrophe, die sich keiner leisten kann.“ Ein Schlaganfall sei „ein Notfall für die 112“. Anzeichen können Seh- und Sprachstörungen, halbseitige Lähmungen, akuter Schwindel und heftigster Kopfschmerz sein.

Ein dauerhafter Erfolg in der Information über den Zeitfaktor kann sich nach Ansicht Pulkowskis nur einstellen, wenn immer wieder daran erinnert wird. Und das soll auch der rote Bus bei seiner „Herzenssache“-Tournee durch deutsche Lande. Neben dem Chefarzt und seinen Kollegen werden sich Pflegekräfte und medizinisch-technische Assistentinnen in dem Fahrzeug aufhalten. Sie informieren über die genannten Symptome und Risikofaktoren wie Bluthochdruck, zu hohe Blutfettwerte, Übergewicht und das Rauchen. Die Gäste haben ebenfalls Gelegenheit, sich einem Gesundheits-Check zu unterziehen. Dazu zählen Messungen des Cholesteringehalts im Blut und der Ultraschall-test der Halsgefäße.

Wer im Gespräch den Verdacht äußert, möglicherweise kürzlich einen Schlaganfall erlitten zu haben, wird sofort in die Klinik gebracht. Liegt der Vorfall schon etwas länger zurück, sollte der Hausarzt zu Rate gezogen werden.

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