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Ohlendieksau : Schlafen unter dem Sternenzelt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Umweltminister Robert Habeck gibt den Startschuss für die Aktiv-Saison des Projektes „Wildes Schleswig-Holstein“.

Strahlender Sonnenschein, knospendes Grün und im Hintergrund munter grasende Heckrinder: Idyllischer hätte der offizielle Startschuss zur Aktiv-Saison des Projektes „Wildes Schleswig-Holstein“ gar nicht ausfallen können.

Unweit der Olendieksau nahe Langwedel stellten Umweltminister Robert Habeck, zugleich Schirmherr des Projektes, Jochen Kaehler, Vorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes Olendieksau, Langwedels Bürgermeister Holger Spießhöfer und Mareike Zeddel, Leiterin des Projektes bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die Idee der Öffentlichkeit vor. Man wolle mit dem Projekt „Wildes Schleswig-Holstein“ den Wert der Natur als gesellschaftliches Gut stärken, erläuterte Robert Habeck, und das „ohne bürokratischen Overkill“.

Im Rahmen der Aktion werden naturnahe Flächen für Wanderer und Radler zur Verfügung gestellt, auf denen sie kostenlos eine Nacht lang ihr Zelt aufstellen können, um dann am Folgetag ausgeruht weiterzuziehen. Markiert sind die Stellen mit Schildern, auf denen die wichtigsten Informationen zur Übernachtung zusammengefasst sind. Umweltminister Robert Habeck erläuterte, die Idee sei aus dem skandinavischen Raum entliehen worden, wo das Schlafen in der freien Natur ein Jedermannsrecht sei. Besonders lobte Habeck, der früher eigenen Angaben nach selbst gerne unter freiem Himmel übernachtete, „bevor der Rücken zu zwicken begonnen hat“, dass nur wenige Regeln für die Übernachtungen aufgestellt wurden, etwa das Verbot von offenem Feuer, die notwendige Müllbeseitigung oder bei fehlenden Toiletten des Vergraben der Notdurft. „Die Wanderer müssen sich natürlich benehmen“, so Habeck, „das ist ein kleines gesellschaftliches Experiment, und wenn das nicht klappt, dann war die Zeit einfach noch nicht reif dafür.“

Bereits 2014 hatte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein das Modellprojekt „Übernachten unter dem Sternenzelt“ ins Leben gerufen. Über die Wintermonate wurde eifrig nach weiteren Flächen gesucht, so dass jetzt zwölf und ab Juni sogar vierzehn Anlaufpunkte ausgewiesen werden konnten, darunter auch die Übernachtungsmöglichkeit nahe Langwedel.

„Das spricht natürlich wieder andere touristische Gruppen an als die, die auf den Campingplätzen übernachten“, freute sich Holger Spießhöfer, der scherzhaft ergänzte, Langwedel sei wieder einmal der Zeit voraus gewesen, immerhin habe man bei der Anlage des Wanderweges, an dem die neue Übernachtungsmöglichkeit eingerichtet wurde, schon mit Bänken und Tischen für die zukünftigen Camper vorgesorgt.
Zur Verfügung gestellt wurden die Nachtlager in der Natur zum großen Teil von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, aber auch von Gemeinden, den Landesforsten und sogar Privatpersonen. „Natürlich wünschen wir uns, dass noch viele weitere Anlaufpunkte hinzukommen“, betonte Mareike Zeddel, „so dass ein ganzes Netzwerk von Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer und Radfahrer entsteht. Wer also Interesse und entsprechende Flächen hat, kann sich gerne an das Projektteam wenden.“ Zunächst ist das Projekt auf zwei Jahre befristet, die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wird bei der Umsetzung vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gefördert.

Alle ausgewiesenen Übernachtungsmöglichkeiten sind auf der Internetseite www.wildes-sh.de/natur-erleben/uebernachtungsplaetze zu finden, darüber hinaus auch noch viele weitere Informationen rund um das Naturerlebnis in Schleswig-Holstein.



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