WM-Orakel : Schildkröte als TV-Star

Kann sich nicht entscheiden: WM-Orakel „Momario“ tippt auf ein Unentschieden zwischen Deutschland und Ghana.
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Kann sich nicht entscheiden: WM-Orakel „Momario“ tippt auf ein Unentschieden zwischen Deutschland und Ghana.

Eine Schildkröte aus Nortorf macht Karriere im Fernsehen. „Momario“ ist als tierisches WM-Orakel im Einsatz. Das Reptil ist in der Schildkröten-Auffangstation der Familie Naujoks zu Hause.

shz.de von
21. Juni 2014, 12:00 Uhr

Heute spielt die deutsche Nationalmannschaft unentschieden gegen Ghana – zumindest wenn es nach der Prognose „Momarios“ geht. „Momario“ ist das offizielle WM-Orakel des Morgenmagazins der ARD, die ihre Fußballbeiträge während der Weltmeisterschaft aus dem Schönberger Ortsteil „Brasilien“ sendet. Wenn das gepanzerte Reptil nicht gerade im Fernsehen den Ausgang von Fußballspielen prognostiziert, lebt es in der Schildkröten-Auffangstation der Familie Naujoks in Nortorf.

„Momario“, der seinen Namen einer Umfrage unter den ARD-Zuschauern verdankt und außerhalb des Rampenlichts auf den eher gewöhnlichen Namen „Karl“ hört, ist ein recht aufgeweckter Artgenosse, dem man sein Alter von rund 50 Jahren kaum anmerkt. Zwar sind Schildkröten im allgemeinen nicht als besonders neugierig bekannt, doch Karin Naujoks attestiert ihrem „Momario“ ein „sehr munteres und robustes Wesen“.

Das Reptil lebt mittlerweile seit sechs Jahren bei den Naujoks, die eine Auffangstation für heimatlose Schildkröten eingerichtet haben. „Er wurde bei uns abgegeben, da sich seine vorherige Besitzerin nicht mehr um ihn kümmern konnte“, erzählt Karin Naujoks. Als dann vor der Weltmeisterschaft die Anfrage vom Ersten Deutschen Fernsehen kam, die sich eine Schildkröte als WM-Orakel wünschten, war die Freude groß. „Wir konnten es erst gar nicht fassen, waren dann aber überglücklich“, erinnert sich Karin Naujoks.

Wie jedes „tierische Orakel“ während der WM hat auch „Momario“ seine ganz eigene Art, den Ausgang eines Spiels vorherzusagen. In seinem Gehege werden zwei Schalen mit Löwenzahn und Wildkräutern aufgestellt. Dazu steckt neben jedem der Gefäße die jeweilige Flagge der Fußballmannschaften im Kleinformat. Das Land, aus dessen Schale „Momario“ zuerst frisst, wird dann auch das Spiel gewinnen – so die „mystische“ Regel. Bei der Partie Deutschland gegen Portugal bewies er bereits „Geschmack“ und futterte sich am Grünzeug in der deutschen Schale satt. Nun geht es heute gegen Ghana, und wenn man „Momario“ trauen kann, wird die sportliche Begegnung unentschieden ausgehen. Beim Anblick beider Fressnäpfe zeigte die Schildkröte keinerlei Regung.

Wer dieser Voraussage nicht ganz traut, ist ARD-Fußballexperte Gerald Asamoah. „Bisher lag die Schildkröte zwar immer richtig und scheint Ahnung von Fußball zu haben, doch ich denke trotzdem, dass Deutschland gewinnen wird“, glaubt Asamoah.

Auch Sänger Andreas Bourani, der nach „Momarios“ Weissagung seinen WM-Song „Auf uns“ zum Besten gab, tippt ebenfalls auf die Bundesrepublik. „Es mag am Wetter gelegen haben, dass ,Momario’ keine Lust hatte“, versucht Karin Naujoks die Entscheidung der Schildkröte zu erklären.

Für alle, die sich ebenfalls nicht mit dieser Prognose abfinden können: Beim anschließenden Fotoshooting für die Landeszeitung bewegte sich die Schildköte mehrfach deutlich in Richtung der deutschen Flagge. Vielleicht war „Momario“ während der Live-Übertragung zu nervös oder mochte einfach das dargebotene Grünzeug nicht.

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