Breiholz bei Rendsburg : Schiffsführer krank – in den Pausen steht die Fähre still

Lange Autoschlangen vor roten Ampeln: Wenn der Kapitän an der Fähre Breiholz Pause macht, geht es nicht voran.
Lange Autoschlangen vor roten Ampeln: Wenn der Kapitän an der Fähre Breiholz Pause macht, geht es nicht voran.

In Breiholz und Nobiskrug wird Betrieb der Kanalfähren während einer Sechs-Stunden-Schicht für 45 Minuten unterbrochen.

shz.de von
01. Juli 2015, 06:00 Uhr

Breiholz | Eine Dreiviertelstunde Wartezeit an der Fähre Breiholz – für die Autofahrer in der Region war das in den vergangenen Wochen keine Seltenheit. Die Beschwerden über lange Autoschlangen häufen sich. Pendler und Urlauber müssen auch in nächster Zeit mit Einschränkungen rechnen. Denn zu viele Schiffsführer sind derzeit krank – oder selbst im Urlaub. Deshalb gibt es nicht jeden Tag eine Pausenvertretung.

„Seit drei bis vier Wochen verzeichnen wir verstärkt Beschwerden“, sagte Martin Schmedtje, Bürgermeister von Breiholz. Viele Autofahrer haben ihm zufolge den Eindruck, dass die Schiffsführer ihre Pausen willkürlich nehmen – vor allem zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Nachmittag.

In Breiholz sei das besonders ärgerlich, weil der Ort geteilt ist. Schule und Kindergarten befinden sich zum Beispiel auf der nördlichen Seite des Kanals. „Es ist einfach unverhältnismäßig, wenn man für eine acht Kilometer lange Strecke eine Stunde Fahrtzeit benötigt“, so Schmedtje. Einige Pendler nehmen ihm zufolge sogar schon den Umweg durch den Kanaltunnel in Rendsburg.

„Wir haben zurzeit einen Personalengpass“, räumte Jörg Winkelmann auf Nachfrage der Landeszeitung ein. Deshalb bestätigte der Leiter des Außenbezirks Rendsburg im Wasser- und Schifffahrtsamt, dass es an einigen Tagen in den vergangenen Wochen keinen Ersatzfährmann gab, wenn ein Schiffsführer in Breiholz und in Nobiskrug Pause machte. Üblicherweise wird ein Mitarbeiter nur für diese Fälle eingesetzt. Doch dafür hatte Winkelmann wegen eines hohen Krankenstandes und der beginnenden Urlaubszeit zu wenig Personal zur Verfügung.

Ab heute bis einschließlich Donnerstag kommender Woche sei die volle Besetzung gesichert. Allerdings mit Ausnahmen: Von Sonnabend bis Montag steht kein Springer für die Pausenvertretung zur Verfügung. Deshalb werde der Fährbetrieb einmal während der Sechs-Stunden-Schichten für eine Dreiviertelstunde unterbrochen. „Das macht sich in Breiholz, wo nur eine Fähre fährt, natürlich stärker bemerkbar als in Nobiskrug“, sagte Winkelmann. Dort pendeln zwei Fähren, sodass auch während der Pause zumindest eine die Autos, Laster und Radfahrer auf die andere Kanalseite bringt.

Den Vorwurf der Willkür will Winkelmann sich nicht gefallen lassen. „Die Schiffsführer haben die Anweisung, ihre Pausen in die verkehrsarme Zeit zu legen. Wir versuchen so weit wie möglich, die Einschränkungen für Autofahrer zu minimieren.“ Ihm zufolge sind von dem Engpass nur die Fährstellen Breiholz und Nobiskrug betroffen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen