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Inoffizielles Tuning-Treffen : Schaulaufen auf Chromfelgen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Polizei kontrollierte am „Carfreitag“ akribisch aufgemotzte Autos. 2000 Teilnehmer und viel mehr Schaulustige kamen zum Eiderpark.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Tiefer, breiter, lauter, schneller, ausgefallener – alles andere als „Autos von der Stange“ präsentierten ihre stolzen Besitzer am Karfreitag im Einkaufszentrum Eiderpark an der Friedrichstädter Straße in Rendsburg. Der seit einigen Jahren zum Insider-Treffen gewordene „Carfreitag“ zog mehrere Tausend Tuning-Freunde an.

„2000 Fahrzeuge sind hier“, stellte Rainer Tschirne, Leiter des Polizeibezirks Rendsburg, fest. Und weil erfahrungsgemäß nicht alle Autoumbauten den strengen Vorschriften entsprechen, kontrollierte die Polizei viele Fahrzeuge bereits bei der Anfahrt. Kurz vor dem Treffpunkt am Eiderpark sortierte ein Beamter die Autos heraus, die auf dem Parkplatz der Kaufhauses „Holtex“ genauer überprüft wurden. Das übernahmen die Tuning-Experten der Polizei. Die Spezialisten „aus ganz Schleswig-Holstein, von Ratzeburg bis Husum“ unterstützten ihre Rendsburger Kollegen. „Zu laut“ und „falsche Reifenkombination“ seien die häufigsten Mängel gewesen, sagte Tschirne. Und weil viele Tuning-Fans, so die Erfahrung der letzten Jahre, zu schnell unterwegs sind, hat die Polizei gestern vermehrt Geschwindigkeitskontrollen eingerichtet. Es blitzte an der Bundesstraße 77, an der Autobahn 210 und weiteren Zufahrten zum Eiderpark. Zudem waren mehrere Videofahrzeuge der Polizei im Einsatz. Eine Bilanz über die Zahl der Verstöße liegt noch nicht vor.

Dass Auto-Tuning keine reine „Männersache“ ist, bewies Nancy Rupkalwis. Ihr Golf Variant in strahlendem Pink war einer der Hingucker auf dem Parkplatz. Als sie das Auto 2012 von ihrem Mann Matthias geschenkt bekam, war es schlicht weiß und „ohne alles“, berichtete die junge Frau aus Jevenstedt. Inzwischen ist der Golf Baujahr 1999 pink foliert, hat Ledersitze, auffällige Felgen und eine neue Frontschürze. „Und der LED-Himmel ist auch fast fertig“, freut sich Nancy Rupkalwis, die schon als Jugendliche zu Tuning-Treffen gegangen ist. „Mit diesem Auto hat mein Mann mir einen Traum erfüllt.“ Ins Auge fiel auch der Oldsmobile Delta 88, mit dem Marc Fabricius aus Flensburg angereist war. Der Straßenkreuzer mit seiner Innenausstattung aus Krokodilleder-Imitat und Gucci-Stoff, mächtigen 22-Zoll-Hochglanzfelgen sowie einem mit Flokati ausgelegtem Kofferraum („Eine Idee meiner Freundin Juliane Elsholz“) hat eine interessante Geschichte. „Einer der Vorbesitzer war der Rapper und Schauspieler ‚Proof‘, der vor acht Jahren in Detroit erschossen wurde“, erklärte Fabricius. Den Oldsmobile aus dem Baujahr 1970 hat er vor einigen Wochen bei einem Händler in Hannover gekauft, möbelt ihn jetzt wieder auf und verkauft ihn dann. „Und dann hole ich mir das nächste Auto“, kündigte Marc Fabricius an. Auch sein Oldsmobile wurde bei der Anreise von der Polizei kontrolliert. „Nur eine Kleinigkeit wurde bemängelt. Das Nummernschild war an der falschen Stelle.“


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