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Rendsburger Rathaus : Schauers Büro ist ab morgen leer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Er geht nach 50 Jahren und drei Monaten: Der Fachbereichsleiter Bürgerdienste geht in Rente. Um seine Nachfolge ist ein juristischer Streit entbrannt.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2017 | 19:09 Uhr

Die Entlassungsurkunde wurde Herbert Schauer bereits gestern ausgehändigt, heute geht er in den Ruhestand. Nach 50 Jahren und drei Monaten Dienstzeit verlässt der Fachbereichsleiter Bürgerdienste das Rendsburger Rathaus. Ohne die berufliche Lebensleistung des 65-Jährigen auch nur ansatzweise schmälern zu wollen, wäre diese Personalie schnell abgehakt. Ist sie aber nicht. Schauers Büro bleibt ab morgen bis auf weiteres leer. Grund ist ein juristischer Streit, der die nahtlose Neubesetzung der Stelle verhindert.

In einer ersten Bewerbungsrunde wurde kein Nachfolger gefunden. Das Verfahren wurde gestoppt. Dagegen klagt ein unterlegener Kandidat vor dem Verwaltungsgericht Schleswig. Erst wenn dort eine Entscheidung getroffen wurde, kann eine zweite Runde eingeläutet werden. Bürgermeister Pierre Gilgenast will sich mit Verweis auf das schwebende Verfahren zum konkreten Fall nicht äußern. Er rechnet mit einer Entscheidung in Schleswig bis Ende März. Dann könne die Fachbereichsleiterstelle ausgeschrieben und spätestens Mitte Mai wieder besetzt werden, so Gilgenast. Bis dahin übernimmt Brigitte Fugmann vom Fachdienst Familie die Bereichsleitung kommissarisch.

Das Tauziehen um den Spitzenposten hatte im Herbst für Schlagzeilen gesorgt. Bernd Brommann, derzeit büroleitender Beamter im Fockbeker Rathaus, und der Polizeioberrat Markus Knapp aus dem Raum Berlin hatten es in die letzte Runde der Ausschreibung für die Fachbereichsleitung Bürgerdienste geschafft. In einem Assessment-Center unterzogen sich beide einem Persönlichkeitstest. Knapp schnitt besser ab als sein Mitbewerber. Dennoch entschied sich Gilgenast für Brommann. Der unterlegene Knapp fühlte sich ausgebootet und drohte mit Klage. Gilgenast ließ das Bewerbungsverfahren daraufhin von einer Kieler Anwaltskanzlei durchleuchten. Ergebnis: Das Assessment-Center-Ergebnis sei für die Stadt nicht bindend, und den Anwälten fiel ein Formfehler auf. So hatten Brommann und Knapp ihren Bewerbungen veraltete Zeugnisse und Leistungsnachweise beigelegt. Dies wiederum blieb in der für Personalfragen zuständigen Abteilung im Rathaus unbemerkt. Das erste Verfahren wurde gestoppt.

Dagegen zog Knapp vor Gericht. Sein Ziel ist es, den von der Stadt bewirkten Abbruch des Besetzungsverfahrens wegen Unzulässigkeit aufzuheben und das Verfahren fortzusetzen. „Ich gehe nach wie vor von einem positiven Ausgang für mich aus“, teilte der Mann aus Oranienburg (Brandenburg) mit. Seit Februar hospitiere er im Bezirk Lichtenberg. Die Stelle im Fachbereich Jugend, Familie, Bildung und Soziales der Hauptstadt-Behörde habe er angenommen, „um mich fachlich auf die Aufgaben in Rendsburg vorzubereiten“.

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