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Landeszeitung

19. August 2017 | 23:05 Uhr

Schauen, nachdenken, diskutieren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

25 Jahre Frauen-Film-Wochen: Sektempfang zum Jubiläum / Werke beleuchten die Rolle der Frau

Vor 25 Jahren gewann Steffi Graf im Tennis alle vier Grand-Slam-Turniere. Céline Dion siegte beim Eurovision Song Contest und die 18-jährige Silke Bischoff wurde beim Gladbecker Geiseldrama erschossen. Drei ganz unterschiedliche Frauenschicksale. In Rendsburg machte sich in jenem Jahr Edith Berkau Gedanken, wie sie das Thema Gleichstellung in die Öffentlichkeit transportieren könnte. „Film ist dafür ein geeignetes Medium“, entschied sie – und die ersten Frauen-Film-Wochen gingen an den Start. Die Veranstaltungsreihe ist im vergangenen Vierteljahrhundert im Frühjahr und Herbst zu einer festen Größe im Rendsburger Terminkalender geworden. Mit einem kleinen Sektempfang wird das am Sonntag (27. Oktober) gefeiert.

Es ist wieder ein buntes Programm – und wieder sind die Vorführungen offen für Frauen und Männer, betont die Gleichstellungsbeauftragte Edith Berkau. Schließlich ist es durchaus in ihrem Sinne, wenn anschließend untereinander diskutiert wird. Ganz bewusst hat sie sich auch gegen übergreifende Themen entschieden. Auswahlkriterium ist und bleibt der Blick der Frau: Wie sieht sie die Welt, wie stellt sich ihre Situation dar. Wenn dann noch eine Frau Regisseurin oder Drehbuchautorin ist oder hinter der Kamera gestanden hat, ist das gut, aber keine Voraussetzung, erklärt Edith Berkau.

Bei einem Streifen der ersten Frauen-Film-Wochen lagen Regie, Drehbuch und Produktion in der Hand: „Deutschland, bleiche Mutter“ von Helma Sanders-Brahms gilt inzwischen als Klassiker des Frauenfilms. Zum Jubiläum wartet Edith Berkau auch mit einer Besonderheit auf. Haifaa Al Mansour wuchs mit relativ großen Freiheiten auf und studierte an einer Filmschule in Australien. 2012 entstand „Das Mädchen Wadjda“, für den sie das Drehbuch schrieb und Regie führte. „Wadjda“ gilt als erster Film aus Saudi-Arabien – gedreht von einer Frau. „Und es ist der erste spezielle Mädchenfilm in den Frauen-Film-Wochen“, erklärt Edith Berkau. Sie erhofft sich, dass Mütter und Töchter, Großmütter und Enkelinnen gemeinsam ins Kino gehen, um zu sehen, wie sich Träume gegen Widerstände verwirklichen lassen. Sie möchte damit testen, ob dieses Format auf Zuspruch stößt.

Vieles ist konstant geblieben in 25 Jahren Frauen-Film-Wochen. Einiges hat sich geändert. So standen anfangs an sieben aufeinanderfolgenden Tagen Frauenfilme auf dem Programm. Inzwischen werden sieben Filme in sieben Wochen gezeigt. Ausgewählt werden sie von Edith Berkau gemeinsam mit den Fachfrauen vom Kino-Center. „Es ist eine gute Zusammenarbeit.“ Meist sei das Angebot an aktuellen Produktionen größer als sie zeigen könnten, erzählt die Gleichstellungsbeauftragte. Kriterium bei der Auswahl: Kein Mainstream, sondern Filme, die sich auf differenzierte Weise mit dem Frauenbild auseinander setzen.

Wie zum Beispiel der Eröffnungsfilm dieses Jahres, der auf einer wahren Begebenheit basiert. In der Schweiz der 50-er Jahre sorgt die Feministin Iris Meyer mit ihrem Manifest „Frauen im Laufgitter“ für Aufruhr. Sie verliebt sich – ausgerechnet in einen konservativen Patrizier. Aber sie wurden ein Paar und fanden trotz aller Gegensätze einen gemeinsamen Lebensentwurf.

 

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erstellt am 24.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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