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Gut gegen Winter-Depressionen : Scharfes Essen macht glücklich

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nahrung leistet einen erheblichen Beitrag zum Wohlbefinden. Wichtig ist nicht nur was man isst, sondern dass man es regelmäßig tut.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Am 20. März ist Frühlingsanfang. Bis dahin droht die Wettervorhersage noch mit trüben Tagen, niedrigen Temperaturen und immer wieder Niederschlägen jeglicher Art. Der graue Himmel und das wenige Licht führen in Herbst und Winter bei vielen zu depressionsartigen Verstimmungen. Doch mit einigen Tipps, Tricks und vor allem der richtigen Einstellung holt man sich sein sonniges Gemüt zurück. Die Landeszeitung beleuchtet in einer Serie einige wichtige Aspekte. Heute: die Ernährung.

Essen ist nicht nur fürs Überleben wichtig, sondern leistet auch einen Beitrag zum Glücklichsein. „Man sollte die Bedeutung der Nahrungsaufnahme nicht unterschätzen“, sagt Diät- und Ernährungsberaterin Yvonne Sievers aus Rickert. Essen spendet Trost oder hebt die Stimmung und dient oft auch zur Belohnung. Man kann sich und seiner Psyche aber nicht nur Gutes tun, indem man das Lieblingsrestaurant besucht oder die Leibspeise kocht: Es gibt Lebensmittel, die die Bildung des Glückshormons Serotonin unterstützen. Mit ihm empfindet man Entspannung, Gelassenheit und Harmonie.

Der Haken dabei: Serotonin kann man nicht essen, weil es die sogenannte Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann. „Man braucht den Eiweiß-Baustein Tryptophan als Vorstufe und zusätzlich vor allem Magnesium und B-Vitamine. Aus diesem Cocktail an Stoffen kann dann im Gehirn aus dem Tryptophan Serotonin gebildet werden“, erklärt Sievers. Lebensmittel, die die Ausschüttung von Serotonin besonders fördern, werden auch „Mood Food“ (Stimmungs-Essen) genannt. In den Gute-Laune-Topf gehören also Lebensmittel mit viel Tryptophan, Vitamine und Mineralstoffe, etwas Eiweiß und komplexe Kohlenhydrate. Diese werden unter anderem durch Vollkornprodukte oder Haferflocken geliefert. „Das A und O ist vor allem, dass man regelmäßig isst, um das Level zu halten. Drei Haupt- und zwei kleine Zwischenmahlzeiten am Tag sollten sein. Dafür eignen sich zum Beispiel ein Apfel und ein Joghurt oder Trockenfrüchte mit ein paar Walnüssen.“ Ist das Essen auf dem Teller möglichst bunt, hat man meist eine gute Mischung. Wichtig sei es auch, Omega-3-Fette einzusetzen. Sie sind enthalten in Raps- oder Walnussöl sowie in Fisch. „Zwei- bis dreimal Fisch in der Woche ist optimal“, weiß die Ernährungsberaterin. Wer den nicht mag, sollte zumindest auf gute Öle achten und kann außerdem Lein- oder Chiasamen unter sein Müsli mischen.

Dass Schokolade – auf physiologischem Wege – glücklich macht ist übrigens wissenschaftlich nicht bewiesen. „Man kann eher davon ausgehen, dass mit der Süße Geborgenheit und Wärme assoziiert werden. Je cremiger ein Lebensmittel ist, desto angenehmer und leckerer wird es empfunden. Bei Schokolade ist das so. Gut aufgerührt kriegt man aber auch Magerquark cremig“, macht Sievers jede Ausrede zunichte.

Belegt ist hingegen der „High-Pepper-Effect“. Er besagt: Schärfe macht glücklich. Das liegt daran, dass das Gehirn Schärfe als Schmerz fehlinterpretiert und deshalb Endorphine, morphinhaltige Stoffe zur Schmerzlinderung, ausschüttet. Beim Kochen darf man also gern zu Chili, Peperoni oder Ingwer greifen. Letzterer kann kleingeschnitten aufgebrüht und mit etwas Honig gesüßt auch gut als Tee verzehrt werden.

Eine einzelne Mahlzeit reicht im übrigen nicht, um sich nachhaltig wohler zu fühlen. Wer allerdings auf eine ausgewogene Ernährung achtet und dabei genügend trinkt – 1,5 bis zwei Liter am Tag sollten auch im Winter sein –, merke schon innerhalb der ersten Woche eine Veränderung, verspricht Yvonne Sievers.

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