Schacht-Audorf will sich nicht abkoppeln lassen

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Gemeindevertretung beschließt Einsatz eines Shuttlebusses

shz.de von
27. Juni 2014, 14:32 Uhr

Im Januar 2015 soll in Schülldorf ein zusätzlicher Haltepunkt der Eisenbahnstrecke Kiel-Rendsburg eröffnet werden. Wegen der dezentralen Lage sollen die umliegenden Kommunen, insbesondere der Grüne Kamp in Osterrönfeld/Rendsburg-Süd sowie die Gemeinde Westerrönfeld, durch eine schnelle Busverbindung angeschlossen werden. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde als Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs finanziert die Linie, die auch Schacht-Audorf mit einschließen sollte.

Dieser Schlenker über Schacht-Audorf wurde von der Landesverkehrsgesellschaft (LVS) abgelehnt, weil durch die deutlich längere Fahrzeit die Attraktivität der Bahnnutzung sinken würde. Die alternativ angedachte Anbindung der Linie 16 an den Bahnhaltepunkt Schülldorf scheidet derzeit wegen der Sanierung des Kanaltunnels aus. „Aber man kann einen Ort mit 5000 Einwohnern nicht einfach abkoppeln“, machte der Schacht-Audorfer Bürgermeister Eckard Reese gegenüber der Landeszeitung deutlich. Die Gemeindevertretung beschloss jetzt in ihrer Sitzung, einen zusätzlichen Shuttlebus in den Hauptverkehrszeiten (morgens und spätnachmittags/abends) befristet zu installieren. Reese: „Das könnte ein Sammeltaxi sein.“ Diese Lösung solle so lange bestehen bleiben, bis eine Änderung der Linie 16 mit Endstation Bahnhaltepunkt Schülldorf möglich sei. Die hierfür erforderlichen Kosten sollten nach Ansicht der Gemeinde größtenteils vom Kreis als Träger des ÖPNV übernommen werden. Reese will nun Gespräche mit dem Kreis führen und eine entsprechende Vereinbarung abschließen.

Sitzungsunterlagen auf Papier sollen in Schacht-Audorf bald der Vergangenheit angehören. Über Tablet-Computer und Internet sollen die Gemeindevertreter auf alle relevanten Informationen Zugriff haben. „In der Verwaltung entfällt dann das Drucken, Kopieren und Versenden der Unterlagen“, betonte Reese. Für die Mandatsträger sei der große Vorteil, dass sie ortsunabhängig in ihre Unterlagen schauen könnten. „Man kann sich den neuen Medien nicht verschließen, sondern sollte aufgeschlossen sein“, meinte Reese. Die Gemeinde will für ihre Mandatsträger Tablet-Computer anschaffen oder alternativ einen Zuschuss von 300 Euro für die Anschaffung und Nutzung eines eigenen Gerätes gewähren.

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