Umgemeindung : Schacht-Audorf will Rader Insel loswerden

Die Rader Insel.
Die Rader Insel.

Die Gemeinde Schacht-Audorf will ihren Teil der Rader Insel im Nord-Ostsee-Kanal abgeben. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

shz.de von
30. Juni 2014, 13:58 Uhr

Die Gemeinde Schacht-Audorf will ihren Teil der Rader Insel im Nord-Ostsee-Kanal abgeben. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

„Wir stellen einen neuen Flächennutzungsplan auf, in dem Zuge soll eine Bereinigung des Gemeindegebiets stattfinden“, sagte Bürgermeister Eckard Reese auf Nachfrage der Landeszeitung. Der bestehende Flächennutzungsplan bestehe bereits seit 30 Jahren und genüge nicht mehr den modernen Anforderungen. Die Gemeinderatsmitglieder haben sich darüber hinaus darauf verständigt, auch die Gebiete, die innerhalb der Grenzen des südlichen Nachbarns Schülldorf liegen, abzugeben. „Durch den Beschluss können wir nun die Verhandlungen mit den Gemeinden aufnehmen“, sagte Eckard Reese. „Das war nur der erste Schritt, weitere folgen.“

Die Rader Insel im Nord-Ostsee-Kanal liegt zwischen Rade bei Rendsburg und Borgstedt. Diese beiden Gemeinden teilen sich mit Schacht-Audorf das Gebiet auf. Laut Eckard Reese erledigten die Einwohner den täglichen Bedarf jedoch vor allem in Borgstedt, auch die dortige Feuerwehr übernimmt den Dienst für die Insel. „Die Frage bei der Landesplanung ist ja immer, wohin sich die Menschen orientieren“, sagte Reese. Insofern entspreche der Beschluss auch dem Willen des Kreises, der sich bereits früher dafür ausgesprochen habe, dass die Insel zu Borgstedt gehören solle. Die Gemeinde habe bereits Interesse signalisiert, so Reese. Bis es zu einer Einigung komme, könne aber durchaus ein Jahr vergehen. Für die Fläche sei ein finanzieller Ausgleich wahrscheinlich. Bei der Schacht-Audorfer Fläche handelt es sich um den südöstlichen Teil bis zur Autobahnbrücke, wobei der äußerste Bereich im Südosten zur Gemeinde Rade gehört.

Dass die Entscheidung etwas mit den Streitigkeiten um den Zugang zur Insel zu tun hat, streitet Eckard Reese ab. Seit über zehn Jahren geht es dabei um die Benutzung der Wege: Die Firma Schreiber betreibt auf der Insel einen Yachtservice und besteht darauf, dass die Zugangsstraßen nicht von der Öffentlichkeit benutzt werden dürfen. Deshalb hat sie Straßenschilder mit der Aufschrift „Keine öffentlichen Wege“ sowie „Unbefugtes Betreten und Befahren verboten“ aufgestellt. Einen anderen Zugang gibt es jedoch nicht. Vor rund sieben Monaten hat das Verwaltungsgericht Schleswig dazu ein Urteil gefällt und entschieden, dass der Zugang zur freien Landschaft gewährt werden muss. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sei, dürfe die Wege nutzen. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Laut Kreissprecher Martin Schmedtje hat die Firma Schreiber die Zulassung zur Berufung beantragt. Seine Behörde habe dazu Stellung bezogen. Die Entscheidung des 1. Senats des Oberverwaltungsgerichts über die Zulassung zur Berufung stehe jedoch noch aus.

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