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Rendsburger Herbst : Sauflieder-Vorwurf: DJs wehren sich

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nach dem Vorwurf, die Ballermann-Musik auf dem „Herbst“ in Rendsburg würde nur zum Trinken animieren, melden sich jetzt die DJs zu Wort.

Den Vorwurf, dass beim Disco-Tower zum Rendsburger Herbst (28. bis 31. August) Ballermann-Lieder gespielt wurden, die Jugendliche zum exzessiven Trinken animiert haben sollen, weisen die beiden zuständigen DJs von sich. Gegenüber dem sh:z machten Florian Hinz (30) sowie Michael Carstens (28) gestern ihrem Ärger Luft. Sie sehen die Verantwortung vielmehr bei Eltern, Lehrern und den Medien – und nicht bei der Auswahl ihrer Musik.

„Wir waren schockiert, als wir von den Vorwürfen in der Zeitung gelesen haben“, so Florian Hinz aus Kiel. Vergangene Woche hatte der Sozialpädagoge Alexander Luttmann in der Senatssitzung die Veranstalter des „Herbstes“, den Verein RD-Marketing, kritisiert. Bei der Planung des Festes sei zu wenig auf den Jugendschutz geachtet worden. Er machte unter anderem auf Trinklieder zur frühen Stunde und viele alkoholisierte Minderjährige aufmerksam.

Die beiden DJs selbst haben allerdings den Eindruck, die Feier sei weitgehend friedlich verlaufen. Sie mit für den Alkoholkonsum Jugendlicher verantwortlich zu machen, sei „unfair und einfach nicht richtig“. Dass an diesem Abend auch Ballermann-Lieder gespielt wurden, bestreiten sie nicht. Auch solche Musik befände sich nun mal in den Charts, man könne die deutschen Texte gut mitsingen, so Hinz. Das Lied „Scheiß drauf, Mallorca ist nur einmal im Jahr“, welches am Abend des 30. August ebenfalls gespielt wurde, sei außerdem nicht auf der Liste der jugendgefährdenden Medien und somit für jeden frei erhältlich, betonen sie. „Jedes Jahr machen zirka vier Millionen deutsche Touristen, auch Minderjährige, Urlaub auf Mallorca, sodass die Musik, die dort gespielt wird, als ein Querschnitt gesehen werden kann“, verteidigen sie sich.

Ihr Ziel sei es auf keinen Fall gewesen, die Gäste nur zum Trinken zu animieren. „Wir wollen mit einem breit gefächerten Musikspektrum alle Besucher zufrieden stellen“, sagen sie. Neben Ballermann-Liedern hätten sie auch viel Black-, Pop- und Elektromusik gespielt.

Verantwortung müssten ihrer Ansicht nach die Eltern und die Gesellschaft zeigen: „Wir als Musikgestalter lassen uns nicht vorwerfen, an einem Abend für die Versäumnisse der Gesellschaft an den anderen 364 Abenden verantwortlich gemacht zu werden“, sagen sie. Um dem Alkoholmissbrauch vorzubeugen, fordern die DJs eine starke Präsenz von Sozialpädagogen, Polizei und Sanitätern auf Stadtfesten sowie mehr Aufklärung in Schulen und Jugendzentren. Alkoholfreie Getränke sollten zudem günstiger zum Verkauf stehen.

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erstellt am 01.Okt.2014 | 03:30 Uhr

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