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Nordmarkhalle Rendsburg : Sanierung mit Fragezeichen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Große Baumängel weist die Nordmarkhalle in Rendsburg auf. Die Sanierung würde schon jetzt 700000 Euro kosten. Hinzu kommen außerdem umfangreiche Brandschutzmaßnahmen.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 07:45 Uhr

Die knallrote Eingangstür verleiht der Front der Nordmarkhalle das Aussehen einer Feuerwache. Allerdings würden sich Feuerwehrleute in dem Gebäude wohl kaum wohlfühlen. In der Politik ist es ein offenes Geheimnis, dass der Brandschutz des Gebäudes nicht den aktuellen Anforderungen entspricht. Jetzt reagiert die Verwaltung. Am kommenden Donnerstag möchte sie die Mitglieder des Senats davon überzeugen, 19 000 Euro außerplanmäßig im Etat bereitzustellen. Mit dem Geld will die Stadt einen Gutachter bezahlen, der ein Brandschutzkonzept für die Nordmarkhalle erarbeiten soll.

Das würde zugleich das Ergebnis einer bautechnischen Untersuchung abrunden, die ein Architekten- und Ingenieurbüro aus Fockbek im März und April für das Rathaus erarbeitet hat. Das Büro hatte den Auftrag, den Sanierungsstau festzustellen und zu bewerten. Das hatte zwar auch das Bauamt bereits getan, allerdings legte man dort Wert auf die Einschätzung eines unabhängigen Dritten. Wie sich jetzt herausstellte, decken sich die Erkenntnisse des Büros mit den Schätzungen der städtischen Beamten. Würde man sämtliche Missstände beseitigen wollen, würden Kosten von mindestens 700 000 Euro entstehen (den Brandschutz nicht eingerechnet). Größter Posten wäre dabei die bauliche Unterhaltung selbst. Insgesamt 385 000 Euro müssten aufgewendet werden, um beispielsweise die Türen und Fenster zu erneuern, Feuchtigkeitsschäden zu sanieren und das Dach zu reparieren. Um den Gaststättenbetrieb aufrechtzuerhalten, müssten weitere 195 000 Euro in die Hand genommen werden. Wie die Experten aus Fockbek feststellten, sei eine dringende Sanierung der Gaststättenräume einschließlich der Küchen- und Wirtschaftsräume erforderlich, um Hygieneanforderungen und Arbeitsschutzvorschriften erfüllen zu können. Und mindestens 100 000 Euro würden benötigt, um technische Anlagen wie die Lüftung zu ertüchtigen.

Der größte unbekannte Faktor in dieser Rechnung ist der Brandschutz. Hierüber Klarheit zu bekommen, ist vor allem auch vor dem Hintergrund eines möglichen Verkaufs des Gebäudes nötig. Bürgermeister Pierre Gilgenast hatte bereits Anfang des Jahres erklärt, dass er sich eine Veräußerung der städtischen Nordmarkhalle vorstellen könne, um damit einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten. Das Gebäude fährt jedes Jahr einen Verlust ein, 2012 lag er bei 305 000 Euro.

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