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Neue Steine auf den Wegen : Sanierung erfordert Umwege am Nord-Ostsee-Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Austausch der Spurwegsteine am Nord-Ostsee-Kanal beginnt. Die Strecke ist bis Ende Dezember vollständig gesperrt.

von
erstellt am 09.Sep.2017 | 05:59 Uhr

Wer mit dem Fahrrad am Kanal entlang von Steinwehr nach Rade fahren möchte (oder umgekehrt), muss in den kommenden Wochen eine Alternativ-Route wählen. Denn: Der Betriebsweg wird erneuert. „Die Erneuerung ist in der Prioritätenliste ganz nach vorne gerückt“, erklärt Pressesprecher Matthias Visser. Die Arbeiten beginnen heute und dauern voraussichtlich bis Ende Dezember dieses Jahres, teilt die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) mit.

Sogenannte Spurwegsteine ermöglichen es, dass die Ufer zu beiden Seiten des Kanals befahren werden können. „Die Kanalseitenwege sind ausschließlich für den Betrieb und die Unterhaltung des Nord-Ostsee-Kanals gebaut worden“, betont die WSV in ihrer Mitteilung – genauso, wie die Schilder, die an den Wegeinmündungen zum Kanal stehen. Allerdings ist es Fußgängern und Radfahrern gestattet, die Wege zu nutzen – was auch ausgiebig geschieht. Gerade die Strecke zwischen Steinwehr (Himbeerhof) und Rade (Brauer’s Aalkate) ist touristisch sehr beliebt. Doch ist sie stellenweise auch in einem erbarmungswürdigen Zustand, der von Touristen immer wieder gegenüber der Touristinformation Nord-Ostsee-Kanal bemängelt wurde. Der waren jedoch die Hände gebunden, denn sie ist für die Unterhaltung der Strecken nicht zuständig, das ist allein das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Und das will jetzt Abhilfe geschaffen und zwei Kilometer Weg zwischen Rade und Steinwehr von der Straßenbaufirma SAW sanieren lassen.

Die alten Spurwegsteine sind teilweise stark verschoben – oder salopp gesagt: Sie ergeben eine Holperstrecke. Diese Steine werden aufgenommen, abgefahren und in einer Betonbrechanlage aufbereitet. Auf der Rückfahrt wird das recycelte Material gleich wieder für den Unterbau der neuen Wegetrasse herantransportiert. Es werden gut 5000 Kubikmeter Boden abgetragen und durch tragfähige Böden ersetzt, so die Verwaltung. Im Unterbau der Spurplatten werden 11  000 Quadratmeter Geotextilgittermatten zur Stabilisierung verlegt. 12  000 Quadratmeter Wegetrasse werden profiliert und verdichtet sowie rund 4000 Quadratmeter neue Spurbahnen in Beton an Ort und Stelle hergestellt. Die Kosten belaufen sich auf rund 600  000 Euro.

Für diese Arbeiten ist der Betriebsweg von Rade (Kanalkilometer 69,920 bei Brauer's Aalkate) bis Steinwehr (Kilometer 72,100 etwas östlich des Rader Damms) aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit vollständig gesperrt. „Wir haben den Zeitraum nach dem Sommer gewählt, um auf die Ausflügler Rücksicht zu nehmen“, erklärt Matthias Visser. Da die WSV die Arbeiten nicht im Winter ausführen möchte, wurde der Herbst gewählt. „Der Winter ist mit Risiken verbunden“, so Visser. Frost könne beispielsweise zu einem Baustopp führen. Unter den gegebenen Umständen hofft das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau, dass die Bauarbeiten Ende Dezember 2017 beendet sein werden.

Das bedeutet für Besucher des Steinwehrer Weihnachtsmarktes, dass sie von Sehestedt aus nicht zu Fuß am Kanal entlang gehen können. Es ist aber möglich, oberhalb des Ufers über Hohenfelde nach Steinwehr zu gehen. Auch für Radfahrer gibt es eine Umleitung. Von Westen kommend können sie über das Steinwehr-Gelände zur Straße Seinwehr gelangen, die über Ochsenkoppel nach Rade führt. Von Osten kommen Richtung Rendsburg fahren und dann die zweite Straße links abbiegen. Die Alternativ-Route ist rund fünf Kilometer lang.

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