zur Navigation springen

Einbürgerung : Rührender Moment mit Querflöte

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zeremonie im Kreishaus: 41 Bürger aus 18 verschiedenen Ländern nehmen die deutsche Staatsangehörigkeit an. Erstmals wird die Nationalhymne live gespielt – Sylwia Timotijevic gab die Hynme auf der Querflöte zum Besten.

„Noch sind Sie ausländische Mitbürger, doch in wenigen Minuten werden Sie eingebürgert. Das ist ein feierlicher Moment“, sagte Manfred Marschall in seiner Begrüßung zur Einbürgerungs-Zeremonie gestern morgen im Kreishaus. Aber ein weiterer ganz besonderer Moment erwarte die künftigen deutschen Staatsbürger, die sich mit Familienangehörigen und Freunden versammelt hatten, versprach Marschall. Erstmals wurde im Rahmen der offiziellen Zeremonie die deutsche Nationalhymne nicht von einer CD abgespielt, sondern von einer „Neu-Deutschen“ auf der Querflöte interpretiert.

Aus unterschiedlichen Beweggründen seien sie nach Deutschland gekommen, einige aber bereits hier geboren. „Mit der Überreichung ihrer Urkunde tritt auch eine wesentliche Veränderung ein. Bei einigen mehr, bei anderen weniger“, stellte Marschall fest. Die 41 Neubürger stammen aus 18 Nationen: Kasachstan, Kosovo, Philippinen, Vietnam, Kroatien, Brasilien, Türkei, Niederlande, Lettland, Russland, Senegal, Polen, Nigeria, Pakistan, Iran, Mexiko, Ukraine, Marokko. Auch ein Staatenloser ist mit dabei.

Die Zahl der Einbürgerungen im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Waren es beispielsweise 2002 noch 272 Personen sind es in diesem Jahr nur noch 103. Die meisten Neubürger kommen aus der Türkei und Polen.

„Sie stammen aus unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Staats- und Rechtsformen, Religionen und Kulturen“, sagte Marschall weiter, „nun werden Sie sich zur Demokratie bekennen.“ Das besondere sei das Recht zur freien Wahl, und Marschall forderte alle auf, von diesem Recht auch Gebrauch zu machen.

Nach seiner Begrüßungsrede, für die der Beamte viel Applaus erhielt, folgte das Gelöbnis auf das Grundgesetz und die Übergabe der Urkunden. Für jeden der 41 erfolgreichen Bewerber fand der Fachdienstleiter persönliche Worte und schüttelte Hände im Akkord. „Wir haben hier einen kleinen Stau – das ist wie beim Tunnel bei uns“, scherzte Manfred Marschall, als die Schlange am Unterschriften-Stand anwuchs.

Für Elisabeth Meyer Da Silva war es in doppelter Hinsicht ein besonderer Tag. Die gebürtige Brasilianerin feierte nicht nur ihre Einbürgerung sondern auch ihren Geburtstag. Ein plötzliches Ständchen der Anwesenden im vollen Kreishaus freute die Südamerikanerin.

Zum Abschluss der Einbürgerungsfeier spielte Sylwia Timotijevic die Deutsche Nationalhymne auf der Querflöte. „Das ist für Sie alle das erste Mal, dass Sie die Hymne als deutscher Staatsbürger hören“, betonte Manfred Marschall. Die Diplommusikerin aus Polen ist seit 13 Jahren in Deutschland. Erst vor zehn Wochen zog es sie aus familiären Gründen von Trier nach Eckernförde. Für die Künstlerin war das Spielen der Nationalhymne „ein unglaublich rührender Moment“, sagte sie mit zittriger Stimme. Als sie bei einem organisatorischen Besuch in der Verwaltung den Vorschlag machte, wurde dieser sofort dankend angenommen. „So etwas war bislang einmalig“, sagte die Musikerin erfreut.

Auch für Manfred Marschall war die Einbürgerung eine ganz besondere Veranstaltung. „Damit verabschiede ich mich in den Ruhestand“, erzählte der Fachdienstleister, der nach dem offiziellen Teil ein heiß begehrten Mann war. Eine lange Schlange bildete sich um Marschall, weil er mit auf Erinnerungsfotos musste. „Das mach ich doch gern“, sagte er schmunzelnd und lächelte in die zahlreichen Kameras.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 25.Okt.2013 | 16:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen