Jahrmarkt in Rendsburg : Rückkehr zum Willy-Brandt-Platz?

„Der geplante Hotelbau lässt uns nicht völlig kalt. Wir sind gut vorbereitet und im Gespräch mit der Stadt“, erklärt Marco Lange aus Neumünster. Er betreibt eins von vier Fahrgeschäften auf dem Sommerjahrmarkt.
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„Der geplante Hotelbau lässt uns nicht völlig kalt. Wir sind gut vorbereitet und im Gespräch mit der Stadt“, erklärt Marco Lange aus Neumünster. Er betreibt eins von vier Fahrgeschäften auf dem Sommerjahrmarkt.

Heute beginnt der Sommer-Jahrmarkt am Obereiderhafen. Dass dort eventuell ein Hotel gebaut wird, betrachten die Schausteller mit gemischten Gefühlen. Sie könnten sich eine Rückkehr zum Standplatz von vor sechs Jahren vorstellen.

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02. Juli 2014, 11:09 Uhr

Ein Ortswechsel sei eigentlich der Todesstoß für einen Jahrmarkt, sagen viele Schausteller – und liegen damit falsch, wenn es um den Rendsburger Sommerjahrmarkt geht. Seit dem Umzug vom Willy-Brandt-Platz an den Obereiderhafen vor sechs Jahren ist die Zahl der Beschicker konstant geblieben. Heute um 14 Uhr werden wieder 33 Buden und vier Fahrgeschäfte öffnen. Wie oft der Markt aber noch direkt am Wasser stattfinden kann, ist angesichts des geplanten Hotelbaus ungewiss.

Ludolf Fock ist der Vorsitzende des Schaustellerverbandes Schleswig-Holstein und regelmäßig mit seinem Autoscooter und dem Crêpes-Stand in Rendsburg. Er kennt die Jahrmärkte vor Ort gut, schließlich kamen seine Eltern bereits seit 1924 hier her. Über die Zukunft des Sommermarktes lässt sich Fock aber keine Vorhersage entlocken. Der geplante Hotelbau auf dem Gelände schwebe über ihm und seinen Kollegen wie ein Damoklesschwert, wobei sich der 53-Jährige noch nicht vorstellen kann, dass dort wirklich gebaut wird. „Wenn wir nachts im Wohnwagen schlafen wollen, kommt ein Güterzug nach dem anderen hier vorbei. Bei der Lage müsste ein Hotel besonders gut schallisoliert sein.“ Falls der Markt künftig jedoch dem Hotel weichen muss, kommt für Fock eine ersatzlose Streichung nicht in Frage. „Zwischen den großen Märkten im Frühling und Herbst sind wir auf die Sommermärkte angewiesen.“ Ein Ortswechsel zurück zum Willy-Brandt-Platz ist sowohl für ihn als auch für Marktmeisterin Jennifer Bock von der Stadt eine Alternative.

„Drei Jahrmärkte im Jahr, das ist ein kleiner Luxus“, sagt Bock, aber so lange die Schausteller weitermachen wollen, sieht sie den Sommerjahrmarkt nicht in Gefahr. Ludolf Fock wiederum spielt den Ball weiter: „So lange die Bevölkerung das annimmt, werden wir gern weitermachen.“

Eine Prognose für dieses Wochenende möchte er nicht geben. „Unsere Faustformel ist: Jeder Einwohner kommt im Schnitt einmal“, erklärt er, blickt aber skeptisch in Richtung Büdelsdorf. Dass dort ein Zirkus gastiert, sei zwar nicht optimal, „aber vielleicht befruchtet sich das gegenseitig, so wie der Kanal-Cup und der Herbstmarkt.“ Kritischer sieht er den Freitagabend. „Während des Deutschlandspiels sind wir wahrscheinlich unter uns, aber vielleicht gibt es hier im Anschluss eine große Party, wenn wir gewonnen haben.“

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