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Stimmungsvolles Konzert : Romantik begeistert die Zuhörer

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Vier Chöre und ein gut aufgelegtes Orchester gestalteten das Abschlusskonzert der Hohenwestedt-Woche in der Peter-Pauls-Kirche. Sehr beeindruckt zeigten sich die Zuschauer über die Darbietungen unter Leitung von Kantor Norbert Klose.

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erstellt am 10.Sep.2013 | 06:18 Uhr

„Romantik pur“ hatte Norbert Klose das Konzert zum Abschluss der Hohenwestedt-Woche 2013 überschrieben. Damit hatte er nicht zu viel versprochen: Mit Ferdinand Thiriots 67. Psalm, dem 2. Orgelkonzert Josef Gabriel Rheinbergers und der Symphoniekantate „Lobgesang“ Felix Mendelssohn-Bartholdys nutzte er alle Möglichkeiten, über Texte und mit Musik zu berühren. Und das nachdrücklich, deutlich und kraftvoll. Wie in Thiriots Psalm Vertonung: Mehr als Befehl denn als Bitte wirkte die erste Textzeile „Gott sei uns gnädig, er segne uns“ zugleich Ausdruck packenden Zugriffs einer aus über 100 Stimmen zusammengesetzten Chorgemeinschaft mit dem Anschar-Chor Neumünster, Cantica Neumünster, ELCH (Eltern-Lehrer-Chor der IGS Neumünster-Brachenfeld) und der Peter-Pauls-Kantorei Hohenwestedt. Dazu die Lübecker Sinfonietta – eine Kirche vollgefüllt mit Musik.

Danach das Orgelkonzert: Orchester und Dirigent vor dem Altar, die Orgel im Rücken des Dirigenten, weit hinten in der Kirche. Nur durch Videoübertragung war der Kontakt zu Kerstin Petersen herzustellen. Das klappte vorzüglich. Schon den mächtigen Klängen des ersten Satzes „Grave“ von Orgel und Orchester quer durch die Kirche konnte man sich nicht entziehen. Gewaltig – der hymnische Schluss dieses Satzes mit vollem Orgel- und Bläserklang. Der zweite Satz: Etwas ruhiger; der dritte: „So etwas Gewaltiges, herrlich!“ war die Reaktion einer begeisterten Zuhörerin. Der Extrabeifall für Kerstin Petersens Orgelspiel war verdient.

Dann eine Pause. Festivalstimmung in der Kirche: Sekt, Orangensaft, Wasser im Angebot, dazu etwas zu knabbern: Willkommene Stärkung vor dem Hauptwerk: 70 Minuten Mendelssohn vom Feinsten. Angefangen mit der „Sinfonia“: Eine knappe halbe Stunde Orchester pur – wie ausgewechselt spielten und klangen nun die Lübecker im Kabinettstück dieses Konzerts. Mit frischem Tempo, dennoch nicht hektisch, lebendig und voller Lebensfreude wurden Chor- und Solistenpart dieser einzigartigen Sinfonie eingeleitet. Ab dem zweiten Satz wurde Klartext gesungen: Zuerst vom Chor (Alles was Odem hat, lobe den Herrn), danach von Martin Post (Tenor): „Saget es, die ihr erlöst seid durch den Herrn...“. Von tiefstem Vertrauen zu Gottes Güte sangen die Sopranistinnen Zsuzsa Bereznai und Julia Böttcher. „Ich harrete des Herrn, und er neigte sich zu mir und hörte mein Flehn.“

Die Sinfonie endet mit einem gewaltigen Schlusschor, der nachdrücklich auffordert: Völker, Könige, Himmel und Erde sollen dem Herrn Ehre und Macht bringen, ihm danken, seinen Namen rühmen und seine Herrlichkeit preisen mit „allem, was Odem hat“. Alles bestens nachvollziehbar in dem ausführlichen Programmheft. Aber nicht nacher-lebbar: Das war auf den Abend in der Peter-Pauls-Kirche beschränkt. Hätte schon der Chor nach dem ersten emotionalen Höhepunkt „die Nacht ist vergangen“ voller Dramatik einen Extra-Applaus verdient; so war die Begeisterung nach dem Schlusschor nicht mehr zu bremsen: Da waren sich alle einig. „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja, lobe den Herrn!“ Unter Norbert Kloses Leitung ist es wirklich geschehen. Fünf Minuten stehender Applaus. Ende des Konzerts – aber die Wirkung bleibt.


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