zur Navigation springen

Sand und Kies : Rohstoffe unter Ellerdorfs Äckern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Grevenkruger Unternehmen Glindemann will an der Gemeindegrenze zu Eisendorf Sand abbauen, um das Kalksandsteinwerk zu beliefern.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2017 | 08:00 Uhr

Der Rohstoffabbau im Kreis Rendsburg-Eckernförde schreitet voran. Die Gemeinde Ellerdorf muss sich darauf einstellen, dass auf ihrem Gebiet Sand für das Kalksandsteinwerk in Eisendorf gewonnen wird. Das Unternehmen Glindemann mit Sitz in Grevenkrug hat angekündigt, dass Planungen zur Rohstoffgewinnung innerhalb der Gemeindegrenzen wieder aufgenommen werden sollen. Dies stellte Bürgermeister Frank Steinmann in einer Einwohnerversammlung am Donnerstagabend in Ellerdorf vor.

„Ellerdorf ist steinreich an oberflächennahen Rohstoffen“, meinte der Bürgermeister, so gebe es Kies sowohl in Richtung Eisendorf, als auch in Richtung Bokel. Schon einmal war das Thema in der Gemeinde hochgekocht, deswegen habe Ellerdorf 2005 Konzentrationsgebiete ausgewiesen. Eines von ihnen liegt an der nordöstlichen Gemeindegrenze im Bereich Eisendorf/Altmühlendorf. Hier soll auch der Sand abgebaut werden. Der Unternehmer Glindemann habe sein Vorhaben mitgeteilt, meinte Steinmann, es sei ein priorisiertes Vorhaben, ähnlich wie bei dem Bau von Windenergieanlagen. Da auch große Flächen bereits dem Unternehmen gehörten, könne sich die Gemeinde kaum verweigern. Vom Standort her seien die Flächen für die Kiesfirma gut gelegen. Bereits in Warder wird Rohstoff abgebaut, das Kalksandsteinwerk in Eisendorf werde teilweise damit beliefert. Ein Abbaugebiet nahe dem Werk sei also denkbar. Die Planungen hätten noch nicht begonnen, nichts sei bisher in Stein gemeißelt, sagte der Bürgermeister. Der geschäftsführende Gesellschafter des Grevenkruger Unternehmens, Lars Glindemann, bestätigte auf LZ-Nachfrage, dass noch kein Antrag für den Abbau bei der Kreisverwaltung gestellt wurde. Die Planungen befinden sich ihm zufolge noch in einem sehr frühen Stadium. Michael Wittl, Leiter des Fachdienstes Umwelt beim Kreis, begrüßte das Vorgehen Glindemanns. „Es ist sinnvoll, frühzeitig Kontakt mit der betroffenen Gemeinde aufzunehmen, um Missverständnissen vorzubeugen“, sagte er zur Landeszeitung.

Werden Rohstoffe auf dem Ellerdorfer Gelände abgebaut, bekäme die Gemeinde große Wasserflächen hinzu, meint Frank Steinmann. Damit sich der Abbau lohne, müsse entsprechend tief gegraben werden. In dem Gebiet stoße man allerdings nach wenigen Metern schon auf Grundwasser. Somit dürfe die Abbaufläche nicht mit Fremdmaterialien wieder aufgefüllt werden. Entsprechend entstehen ihm zufolge dort große Seen.

Dass das Unternehmen die Planungen für den Abbau in Ellerdorf wieder aufnehme, habe keine Auswirkungen auf das Vorhaben in Grevenkrug, sagte Lars Glindemann. In dieser Gemeinde versucht sein Unternehmen bereits seit Jahren, eine Abbaugenehmigung für ein Feld östlich der Landesstraße 318 zu bekommen. Das hatte die Kreisverwaltung aus Landschaftsschutzgründen jedoch abgelehnt (wir berichteten). Derzeit wird laut Wittl jedoch „ergebnisoffen geprüft“, ob der Abbau nicht dennoch stattfinden kann. Eine Entscheidung ist nach der nächsten Sitzung des Naturschutzbeirates zu erwarten, voraussichtlich Mitte Juni. Ellerdorf wird Glindemann zufolge nicht in Angriff genommen, um einen möglichen Wegfall Grevenkrugs zu kompensieren. „Es handelt sich um unterschiedliche Qualitäten“, sagte er. Beim Ellerdorfer Rohstoff handele es sich um Sand, den die Kalksandsteinwerke benötigen. In Grevenkrug hingegen erwartet sein Unternehmen hochwertigen Kies – Material mit hohem Kornbesatz. Deshalb werde das Ziel, dort eine Abbaufläche von rund 20 Hektar Größe einzurichten, weiter verfolgt. Wann auf beiden Feldern abgebaut wird, ist noch unklar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen