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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 15:57 Uhr

Bogenschießen : Rio rückt näher

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Fockbeker Bogenschütze Florian Kahllund ist auf dem besten Weg, seinen Traum von den Olympischen Spielen zu verwirklichen.

von
erstellt am 20.Aug.2015 | 05:15 Uhr

Es sind stressige Wochen für Florian Kahllund. Die Tage, an denen er mit seiner Freundin in Berlin etwas entspannen kann, sind rar gesät. Europaspiele, Weltmeisterschaft, Weltcups,  Deutsche Meisterschaft: Der Terminkalender des Bogenschützen aus Fockbek in diesem Sommer ist rappelvoll. Aber die Entbehrungen folgen einem Ziel, einem Traum – der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im kommenden Jahr.

Vor drei Wochen bei der Weltmeisterschaft in Kopenhagen gab es für den 22-Jährigen einen Teilerfolg. Im Einzelwettbewerb scheiterte er bereits im Sechzehntelfinale, konnte aber im Anschluss mit einem Sieg beim so genannten „Quotenplatz-Turnier“ einen Startplatz für Rio sichern. Der kleine Haken aus Sicht des Fockbekers: Es ist dennoch nicht sicher, dass er an der Copacabana am Start sein wird (siehe Infokasten). Es handelt sich zunächst um die Berechtigung für das Deutsche Team. Kahllund aber sieht den anstehenden Monaten positiv entgegen und hegt kaum Zweifel daran, dass er am 5. August 2016 mit tausenden von Sportlern bei der Eröffnungsfeier ins Olympiastadion von Rio einlaufen wird. „Derzeit würde ich meine Chancen auf dreißig Prozent beziffern. Wenn ich allerdings so schieße, wie ich kann, habe ich die besten Aussichten von uns vieren.“ Die Vier, das sind neben ihm seine innerdeutschen Konkurrenten Carlo Schmidt, Florian Flotow und Marc Rudow.

Es muss aus deutscher Sicht aber nicht bei der Formel „Einer aus Vier“ bleiben. Im Mai des nächsten Jahres gibt es im Rahmen des Weltcups in Antalya (Türkei) die Gelegenheit, das Kontingent der Starter zu erhöhen. Sollten die deutschen Schützen diese Qualifikationshürde nehmen, würden sie sowohl im olympischen Teamwettbewerb dabei sein, als auch das Kontingent in der Einzelkonkurrenz auf drei Starter erweitern. Wie man im türkischen Badeort gewinnt, weiß Kahllund nur zu gut. In der vergangenen Saison holte er dort seinen ersten Weltcup-Sieg. Es war nach dem Gewinn der Europameisterschaft ein weiterer Höhepunkt des, wie er selbst sagt, „erfolgreichsten Jahres meiner Karriere“. In der laufenden Saison fehlt ihm noch ein großer Sieg. „Ich habe ein paar Fehler in meiner Jahresplanung gemacht“, erklärt der Fockbeker. Ein paar Probleme mit der Schießtechnik haben ihm zu schaffen gemacht, und zwischen den vielen Wettkämpfen fehlte einfach die Zeit, diese durch intensives Training einhundertprozentig auszumerzen. „Aber ich bin inzwischen wieder auf einem aufsteigendem Ast. Und im nächsten Jahr werde ich  die Saison besser planen.“ Beim Weltcup in Polen  vor einer Woche unterstrich er seine inzwischen gute Form. Kahllund trug maßgeblich dazu bei, dass es im Team-Wettbewerb die Silbermedaille für die deutsche Auswahl gab. „Da hat es schon wieder gut geklappt.“

Diesen Aufwärtstrend will er ab morgen bei der Deutschen Meisterschaft im bayrischen Raubling bekräftigen und dort das nächste Ausrufezeichen im Kampf um eine Olympia-Nominierung setzen. In der dritten September-Woche geht es erstmals an den Zuckerhut. Dort ist Kahllund beim olympischen Test-Wettkampf am Start. Dabei werden die Schießanlage geprüft und der Ablauf schon einmal simuliert. Es ist nach den Europaspielen, die nächste Möglichkeit, olympisches Flair zu erleben. „Na klar habe ich inzwischen Blut geleckt“, lässt Kahllund keine Zweifel an seinem Ziel, Deutschland in Rio vertreten zu wollen: „So eine große Veranstaltung ist wirklich etwas anderes. Das Erlebnis, sich mit den Athleten der anderen Sportarten auszutauschen, ist einfach großartig.“

Ab Oktober ist für Florian Kahllund die Sommersaison beendet. „Endlich“, wie er selbst eingesteht, „dann habe ich ein  paar Wochen Pause.“  Aber noch in diesem Jahr geht es mit den Wettbewerben in der Halle weiter. Die Zeit bis zum Sommer 2016 für den Fockbeker bleibt aufregend und der Terminkalender prall gefüllt. Stress, den er in Kauf nimmt. Denn am Ende könnte sein Traum von Olympia 2016 Realität werden.

Die Qualifikation für Rio

Im Rahmen der Weltmeisterschaft hat Florian Kahllund bereits einen olympischen Startplatz für die deutsche Mannschaft errungen. Im Mai 2016  besteht gemeinsam mit seinen Teamkollegen beim Weltcup in der Türkei die Möglichkeit, zwei weitere Einzelstartplätze sowie ein Ticket für den Teamwettbewerb zu ergattern. In diesem Fall würden die drei Schützen nach Rio fahren, die beim Weltcup erfolgreich waren. Sollte es bei dem einen Startplatz bleiben, wird im kommenden Frühjahr in einer internen Qualifikation ermittelt, welcher Bogenschütze Deutschland bei den Olympischen Spielen vertreten darf.

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