Aus dem Bauausschuss : Ringen um ehemaligen Güterbahnhof

Das Wäldchen im Vordergrund wächst auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Es gehört der Deutschen Bahn. Sie hat angeblich Interessenten, die sich dort mit Büros ansiedeln wollen. Das Gelände stellt aber auch das einzige Grundstück dar, das aus Sicht von Politik und Verwaltung für eine neue Feuerwache infrage kommt.
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Das Wäldchen im Vordergrund wächst auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Es gehört der Deutschen Bahn. Sie hat angeblich Interessenten, die sich dort mit Büros ansiedeln wollen. Das Gelände stellt aber auch das einzige Grundstück dar, das aus Sicht von Politik und Verwaltung für eine neue Feuerwache infrage kommt.

Politik will sich Areal sichern – aber die Bahn auch.

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28. Juni 2018, 10:10 Uhr

Rendsburg | Der Bauausschuss steht vor einer schwierigen Entscheidung: Soll er einen Bebauungsplan für das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs auf den Weg bringen und die Fläche damit aus der Hand geben? Am Montag vertagte das Gremium die Beratungen.

Das etwa 30 000 Quadratmeter große Gelände zwischen der Nordmarkhalle und der Bahntrasse Flensburg-Hamburg gehört der Deutschen Bahn. Es liegt seit Jahren brach. Inzwischen wächst dort ein kleiner Wald.

Angeblich hat die Bahn Interessenten für eine Nutzung. Das erwähnte sie zumindest der Stadtverwaltung gegenüber. „Aber das ist nicht belastbar“, schränkte Frank Thomsen, Fachbereichsleiter Bau und Umwelt, ein. Eine Bahnsprecherin berichtete gestern auf Anfrage: „Einige Teile des alten Güterbahnhofs sind bereits vor Jahren verkauft worden. Für das letzte Teilstück von einer Größe von rund 30 000 Quadratmetern wird derzeit ein Bebauungsplan erstellt. Weitere Informationen können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mitteilen.“

Aber auch die Politik hat Interesse an dem Gelände. CDU-Ratsherr Ingolf Bädtker erinnerte an die schwierige Suche nach einem Standort für eine neue Feuerwache. Wie berichtet, fordert die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord seit Jahren, Mängel der maroden Feuerwache an der Herrenstraße zu beheben. Der Plan zu einem Neubau an der Kaiserstraße zerschlug sich, da die Bundeswehr als Eigentümerin das Grundstück zurzeit nicht verkaufen will. Mit Blick auf den ehemaligen Güterbahnhof sagte Bädtker: „Das ist die einzige zweite Option, die wir noch haben.“ Diese Möglichkeit stehe auf dem Spiel. Ob eine Sanierung des Bestands möglich ist, sei unsicher.

Die Verwaltung soll nun die Bahn fragen, ob sie der Stadt das Gelände verkaufen würde. Bis dahin wird die Entscheidung vertagt.

Konkreter sehen die Planungen für ein Bauprojekt direkt neben dem ehemaligen Güterbahnhof aus. Das Rendsburger Unternehmen Anfino (Anlage- und Finanzbetreuung Nord) hat der Stadt vor etwa eineinhalb Jahren das ungefähr 2500 Quadratmeter große Grundstück zwischen den Park- & Ride-Plätzen und dem Güterbahnhofgelände abgekauft. Die Geschäftsführer Malte Plöhn und Arne Hein wollen ein zweigeschossiges Dienstleistungszentrum errichten. Zum einen möchten sie ihr eigenes Büro aus Neuwerk-Süd in den neuen Komplex verlagern. Zum anderen suchen sie nach Interessenten aus den Branchen Finanzen, Immobilien, Recht und Planung, die Flächen kaufen oder mieten wollen. Erste Gespräche werden geführt. „Es wäre eine Riesen-Chance für Rendsburg“, betont Plöhn. Bei einer Größe von 800 Quadratmetern rechnet er mit einem Investitionsvolumen von 1,6 Millionen Euro. Sobald er genug Interessenten und eine Baugenehmigung hat, will er loslegen.

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