Kieler Matrosenaufstand : Revolte im Schiffscontainer

Julia Buchholz vom Bildungsministerium und Dr. Martin Westphal in einem der beiden Ausstellungscontainer. Fotos: Becker
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Julia Buchholz vom Bildungsministerium und Dr. Martin Westphal in einem der beiden Ausstellungscontainer. Fotos: Becker

Wanderausstellung des Landes zum Kieler Matrosenaufstand gastiert bis zum 8. Juli im Innenhof des Arsenals. Eintritt frei.

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19. Juni 2018, 11:11 Uhr

Rendsburg | Zwei Schiffscontainer mit der Wanderausstellung des Landes zum Thema „Revolution 1918 – Aufbruch in Schleswig-Holstein“ sind an ihrer dritten Station angekommen. Bis zum 8. Juli gastiert die Schau im Innenhof des Hohen Arsenals in Rendsburg. Besucher können dort täglich kostenlos zwischen 10 und 18 Uhr einen spannenden Blick auf ein wichtiges Ereignis deutscher Geschichte erhalten. Gezeigt werden Bilder, Texte und Hörmaterial zum Jubiläum des Kieler Matrosenaufstandes vor 100 Jahren.

Dr. Martin Westphal, Leiter des Historischen Museums, betont, dass die Welle des Matrosenaufstands vor 100 Jahren bis nach Rendsburg kam. „Die Flamme der Freiheit ist auch in Rendsburg aufgelodert“, titelte das Rendsburger Tageblatt am 6. November 1918. Noch am selben Tag konstituierte sich ein Arbeiter- und Soldatenrat in der Stadt, der die Zivil- und Garnisonsverwaltung übernahm. Am nächsten Tag zogen hunderte von Bürgern zur Militärstrafanstalt in der heutigen Pastor-Schröder-Straße, um sechs dort einsitzende Matrosen aus Wilhelmshaven zu befreien. „Widerstand scheint es in Rendsburg nicht gegeben zu haben“, schreibt der Stadthistoriker Edward Hoop. „Lediglich der Landrat wurde für kurze Zeit festgenommen.“

In Versammlungen forderten Rendsburger das Ende des Krieges, berichtet Westphal. Nach dem Kriegsende wurden heimkehrende Soldaten im Jungfernstieg mit einem geschmückten Ehrentor und Girlanden empfangen. „Die Novemberrevolution der Matrosen gehört auch zur Garnisonsgeschichte der Stadt Rendsburg, die Schwerpunkt des Historischen Museums ist“, so Westphal.

Einer der Container enthält eine Ausstellung zur Chronik der Revolution in Schleswig-Holstein und deutet die Ereignisse aus heutiger Sicht. Die Erzählung beginnt mit den massenhaften Befehlsverweigerungen Ende Oktober auf den Schiffen der Kaiserlichen Hochseeflotte in Wilhelmshaven und endet mit der Ausrufung der Republik am 9. November in Berlin beziehungsweise mit dem am 11. November beschlossenen Waffenstillstand und damit dem Ende des Ersten Weltkriegs. Im zweiten Container wird der Fokus auf ortsspezifische Ereignisse und Entwicklungen vor, während und nach der Revolution in Schleswig-Holstein gelenkt. Die Ausstellungsinhalte werden durchgehend anschaulich erläutert, zudem steht Personal für Fragen bereit. Am 27. Juni kommt Kulturministerin Karin Prien nach Rendsburg, sie diskutiert im Anschluss an den Besuch der Ausstellung mit Schülern des Kronwerk-Gymnasiums.

>www.aufbruch1918.de

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