Rettungsschwimmen : Rettungsschwimmer auf Rekordjagd

Verdient auf dem Siegertreppchen: Lennart Schnödewind, Bo Jesper Gerth, Tom Matzen, Nils Ole Petersen und Momme Herms (v. li.) holten sich nicht nur die Silbermedaille, sondern schwammen auch einen neuen deutschen Rekord.
Verdient auf dem Siegertreppchen: Lennart Schnödewind, Bo Jesper Gerth, Tom Matzen, Nils Ole Petersen und Momme Herms (v. li.) holten sich nicht nur die Silbermedaille, sondern schwammen auch einen neuen deutschen Rekord.

Die Rendsburger DLRG kehrt mit Bronze und Silber von den Deutschen Meisterschaften zurück. Die Puppenstaffel erschwimmt eine neue deutsche Bestzeit.

shz.de von
13. November 2013, 06:00 Uhr

Es ist geschafft. Endlich haben die Namen der Rendsburger Rettungsschwimmer den Weg in die Rekordbücher gefunden. Schon zwei Mal hatte die 4x25 Meter-Puppenstaffel mit Momme Herms, Nils Ole Petersen, Bo Jesper Gerth und Tom Matzen den deutschen Rekord in der Altersklasse 15/16 verbessert. Weil er aber nicht bei einem Bundeswettbewerb geschwommen wurde, sondern „nur“ bei Landesmeisterschaften, fehlte die offizielle Anerkennung. Bei den Deutschen Meisterschaften in Bamberg holte sich das Rendsburger Rettungsschwimmer-Quartett nun endlich die verdienten Lorbeeren.

Nach gerade einmal 1:27,54 Minuten schlug Momme Herms als Erster an der Zeittafel an – 5,5 Sekunden unter der alten Bestmarke (1:33,01). Startschwimmer Matzen brachte mit einer überragenden Zeit von 18,02 Sekunden die Rendsburger in ihrer Paradedisziplin auf Erfolgskurs. Gerth, Petersen und Herms führten die Staffel souverän zu Ende. „Unser Ziel war der Deutsche Rekord in der Puppenstaffel, und das haben wir erreicht“, zeigten sich Matzen und sein Team äußerst zufrieden. Zu diesem zählt auch Lennart Schnödewind, der in der 4x50 Meter Gurtretterstaffel und in der 4x50 Meter Hindernisstaffel zum Einsatz kam. Und auch in diesen Rennen purzelten die Rekorde, denn alle Starter verbesserten ihre persönlichen Bestzeiten im Vergleich zu den diesjährigen Landesmeisterschaften. In der 4x50 Meter Rettungsstaffel bestätigten sie ihre Zeit. Bei allen vier geschwommenen Zeiten handelt es sich um Landesrekorde in der Altersklasse 15/16.

Nicht nur die DLRG Rendsburg machte mit einem neuen Deutschen-Rekord auf sich aufmerksam: Hauptkonkurrent Halle-Saalekreis (4842 Punkte) trumpfte mit gleich zwei neuen Rekorden in der 4x50 Meter Rettungsstaffel und 4x50 Meter Gurtretterstaffel auf und sammelte letztendlich genügend Punkte, um in der Endabrechnung ganz oben auf dem Podest zu stehen.

Die fünf Rendsburger lieferten sich hingegen einen Dreikampf mit Stralsund und Gelsenkirchen-Buer um die beiden anderen Medaillenränge. Saubere Techniken und einwandfreie Wechsel waren am Ende des Wettkampftages der sichere Garant für die Silbermedaille. Mit 4732 Punkten auf dem Konto und lediglich 23 Punkten Vorsprung auf den dritten Platz und 42 Punkte auf den vierten Platz fiel das Ergebnis denkbar eng knapp aus. „Der Halle-Saalekreis war nicht zu schlagen. Trotzdem haben wir das Maximum rausgeholt und sind mit unseren Leistungen sehr zufrieden“, sagte Matzen. Ähnlich sah es Mannschaftskamerad Herms: „Das war für uns ein sehr aufregender Wettkampf mit einem großartigen Team.“

Zuvor hatten bereits die Rendsburger Rettungsschwimmer Jeremiah Tucker, Max Heiligenthal, Jannik Gebhardt, Timo Starck und Simon Landt die Bronzemedaille in der Altersklasse 17/18 eingefahren. Damit verteidigten sie ihre Vorplatzierung und verwiesen den Konkurrenten Bereitschaftspolizei Göppingen mit 27 Punkten Abstand auf die Plätze. „Obwohl die Vorbereitungen nicht optimal verlief, konnten wir mit einer klasse Unterstützung des gesamten Rendsburger Lifesaving Teams und unserem Trainer Timo Norden den ersehnten Treppchenplatz erreichen“, freute sich Tucker. Daniela Zimmermann, die als einzige Rendsburger Rettungsschwimmerin mitgefahren war, belegte bei ihren ersten nationalen Titelkämpfen in der Einzelwertung den 29. Platz. In der Disziplin 50 Meter mit Flossen verbesserte sie ihre Bestzeit um zwei Sekunden auf 27:07 Sekunden. „Das war eine bemerkenswerte Leistung der gesamten Rendsburger Mannschaft. Der Einsatz hat sich ausgezahlt“, erklärte Trainerin Katharina Winkelmann.

In der Landesverbandswertung rutschte die Delegation aus Schleswig-Holstein (224 Punkte) vom dritten Platz aus dem letzten Jahr auf den vierten Platz ab. Bronze nahm diesmal Brandenburg (253 Punkte) mit. Nach diesem erfolgreichen Wettkampf gab das Landestrainerteam die Nominierungen für den Deutschlandpokal im westfälischen Warendorf vom 21. bis zum 24. November bekannt. Mit dabei sind aus Rendsburg Thomas Tucker und Timo Starck (Herrenteam) sowie Tom Matzen (Juniorenteam).

Ergebnisse:
Mannschaft: AK 17/18 männlich: 3. Platz Rendsburg (3899 Punkte). AK 15/16 männlich: 2. Platz Rendsburg 1 (4732 Punkte)
Einzel: AK 12 weiblich: 29. Platz Daniela Zimmermann (Rendsburg) 2322 Punkte. AK 15/16 männlich: 16. Platz Nils-Ole Petersen (Rendsburg) 2638 Punkte. 24. Platz Momme Herms (Rendsburg) 2462 Punkte. AK 17/18 männlich: 12. Platz Timo Starck (Rendsburg) 2455 Punkte, 15. Platz Jeremiah Tucker (Rendsburg) 2406 Punkte.



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