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Landeszeitung

13. Dezember 2017 | 02:48 Uhr

Rettungsplan für die überdüngten Seen

vom

Hauptausschuss des Amtes Hüttener Berge bringt Konzepte und Projekte auf den Weg

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Ascheffel | Mit dem Bau eines Rückhaltebeckens an der Mühlenbek soll ein erster, wichtiger Schritt gemacht werden, die Wasserqualität des Wittensees zu verbessern. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 150 000 Euro. "Das Projekt wird zu 100 Prozent gefördert", sagte Amtsdirektor Andreas Betz in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Amtes Hüttener Berge im "Alten Bahnhof" in Ascheffel.

Diese Maßnahme zur Sanierung des Sees erfolgt gemäß der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union und in enger Absprache mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises. Weitere Maßnahmen seien geplant mit dem vorrangigen Ziel, den Phosphoreintrag in den Wittensee zu reduzieren. Untersuchungen haben bereits ergeben, dass die Phosphorfracht der Mühlenbek etwa 35 Prozent des Gesamteintrags ausmache.

Noch nicht ganz so weit ist man beim Bistensee. Hier erarbeite die Verwaltung gerade die Ausschreibung für eine Vorplanung. Aber auch beim Bistensee sei es das Ziel, auf Basis der Wasserrahmenrichtlinie die Nährstoffeinträge zu verringern. Dafür sollen die Belastungen der Uferrandstreifen sowie Zuläufe ermittelt werden. Die Planungskosten belaufen sich auf rund 45 000 Euro, wieder bei 100-prozentiger Förderung. Im August soll ein Büro beauftragt werden, mit ersten Ergebnissen rechnet die Verwaltung dann im September 2014.

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Seen hat der Hauptausschuss einstimmig eine Absichtserklärung verabschiedet. Vertragspartner sind neben dem Amt Hüttener Berge, der Naturparkverein und die Stiftung Naturschutz. Um den Eintrag von Nährstoffen in die Seen zu reduzieren, einigten sich die Partner darauf, durch Flächenerwerb und Landtausch zusammenhängende Uferabschnitte zu sichern. Diese Flächen sollen extensiv bewirtschaftet werden, um Nährstoffeinträge in Gewässer zu reduzieren. Gemeinsam sollen entsprechende Flächen gesucht werden, die den Zielen der Vereinbarung entsprechen. Die Stiftung Naturschutz bringt eigene Flächen ein, kauft geeignete Flächen oder informiert über zu veräußernde Flächen. "Diese Vereinbarung wurde auch Zeit", sagte Sehestedts Gemeindechefin Rita Koop, "wir wollen endlich wieder in unseren Seen baden können."

Einsatz für die Natur zeigte das Amt Hüttener Berge auch bei einem weiteren Tagesordnungspunkt. So sollen künftig so genannte Ersatzzahlungen, die bei Eingriffen in die Natur, beispielsweise bei Knickverschiebungen, beim Bau von Funkmasten und Windkraftanlagen, gezahlt werden, zielgerichtet und vor allem in der Region eingesetzt werden. Bislang zahlten Investoren diese Gelder auf ein Konto der Landgesellschaft beim Kreis Rendsburg-Eckernförde ein - anonym und überregional. "Wenn diese Mittel nicht abgerufen werden, fallen sie an das Land und stehen dem Kreis nicht mehr zur Verfügung", erläuterte Betz. Um dieses Geld aber bestmöglich für die Region Hüttener Berge und Verbesserung der Landschaftspflege einzusetzen, soll ein Konzept erstellt werden, das es ermöglicht, Kompensationsgelder bis zu zwei Jahre vorzuhalten. Der in Sehestedt ansässige Windpark-Entwickler, die Denker & Wulf AG, die selbst einen Betrag in siebenstelliger Höhe als Kompensationszahlung für den Bau von Windkraftanlagen in Holtsee und Altenhof leistete, hat sich bereit erklärt, das Konzept zu erstellen. Das Amt beteiligt sich mit einem Kostenanteil von bis zu 12 000 Euro an dem Konzept.

Auf Empfehlung des Hauptausschusses soll eine Kooperationsvereinbarung für die Kinderbetreuung auf Amtsebene abgeschlossen werden. Dadurch soll eine bessere Betreuung der Kinder und Auslastung der insgesamt zehn Kindertagesstätten erreicht sowie die interkommunale Zusammenarbeit gestärkt werden. Kooperationen soll es unter anderem beim Personal, der Sprachförderung, aber auch bei der Finanzierung geben.

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