Rettungskräfte üben in eisigem Freibadwasser

Rettung aus eiskaltem Wasser: Lars Hoffmeister Fotos: Becker
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Rettung aus eiskaltem Wasser: Lars Hoffmeister Fotos: Becker

Was tun, wenn ein Mensch ins Eis einbricht? Feuerwehrleute und Taucher aus drei Städten des Kreises probten im Naturerlebnisbad Büdelsdorf Rettungsmaßnahmen für den Ernstfall.

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16. Januar 2009, 10:02 Uhr

Büdelsdorf | Menschen, die ins Eis eingebrochen sind, zu retten, stellt eine besondere Herausforderung an die Rettungskräfte. Im Naturerlebnisbad Büdelsdorf probten Feuerwehrleute und Taucher am Mittwochabend, den Ernstfall.

Trotz des Tauwetters der letzten Tage war die Eisdecke im Freibad noch zehn Zentimeter stark. "Hier herrschen ideale Bedingungen, um die Eisrettung zu üben", betonte der Büdelsdorfer Wehrführer Rolf Rentzow. Er leitete die Übung, an der neben seiner Wehr auch die Tauchergruppe der Feuerwehr Eckernförde, die DLRG-Einsatztaucher des Löschzuges Gefahrgut (LZG) und die Feuerwehr Rendsburg teilnahmen. Für viele der 50 Aktiven war es das erste Mal, dass sie eine Eisrettung in der Praxis erlebten.

"Das haben wir so noch nie geübt", betonte der Büdelsdorfer Feuerwehrmann Dieter Nosbüsch, nachdem er den DLRG-Taucher Lars Hoffmeister mit einer Rettungsschlinge aus einem Eisloch befreit hatte. Er habe zuerst seine eigene Angst überwinden müssen, um sich mit einer Leiter als Hilfsmittel auf das Eis zu wagen. "Aber das Retten geht natürlich vor", machte Nosbüsch deutlich.

"Körperlich sehr anstrengend", urteilte Dennis Unger (27), nachdem er sich von dem Kraftakt erholt hatte, bei dem er Karsten Wienholt (LZG) über die Eiskante auf eine Schaufeltrage gezogen hatte. "Wir haben keine speziellen Eisrettunggeräte", erklärte Rentzow. Steckleitern, Holzbohlen und Rettungsleinen haben die Büdelsdorfer Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen dabei. Begeistert zeigte sich Rentzow von einer Schleifkorbtrage der Taucher der Eckernförder Feuerwehr.

"Das ist das beste Gerät, um Personen aus dem Wasser zu bergen", bestätigte der Feuerwehrarzt Dr. Michael Goldbeck, der die Taucher betreut. Er wies darauf hin, dass selbst nach einer Stunde im eiskalten Wasser eine gute Überlebenschance bestehe. "Entscheidend für den Erfolg ist, dass die unterkühlte Person in waagerechter Lage in eine Spezialklinik gebracht wird", betonte der Mediziner.

Die Rendsburger Feuerwehr setzt beim Retten von ins Eis Eingebrochenen ihr Schlauchboot ein. "Mit Hilfe des Bootes können wir uns relativ sicher an die Einbruchstelle vorarbeiten", erklärte Wehrführer Sönke Brandstaedter.

Nach zwei Stunden konnten Lars Hoffmeister und Karsten Wienholt ihre Kälteschutzanzüge ablegen. Viele Male waren sie von ihren Rettern aus dem Eis befreit worden. Brandstaedter und Rentzow zogen eine positive Bilanz der Übung: "Das hat viel gebracht."

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