Rendsburgs Jugend soll mitreden

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Ratsherr Wilken will Kinderratsversammlung

shz.de von
20. Juni 2014, 07:00 Uhr

Sie sind die Zukunft der Stadt – und nun sollen die jungen Rendsburger auch in der Kommunalpolitik eine Stimme erhalten. Gestern brachte die Partei Modernes Rendsburg gleich zwei Anträge in der Ratsversammlung für die Errichtung von zwei Gremien ein, durch die Kinder und Jugendliche stärker eingebunden und beteiligt werden sollen – einer Kinderratsversammlung und eines Jugendrats. Letztlich wurden beide Anträge zwar wohlwollend diskutiert, jedoch zur weiteren Diskussion einstimmig in den Senat verwiesen.

Es gehe darum, die Kinder und die Jugendlichen frühzeitig und intensiv an die kommunalpolitischen Geschehnisse in der Gesellschaft heranzuführen, erklärte Fritjof Wilken (Modernes Rendsburg) – effizient, aber mit möglichst geringem Verwaltungsaufwand. Eine Kinderratsversammlung und ein Jugendrat seien dafür sinnvolle Einrichtungen. Ziel sei unter anderem die Erziehung zu gesellschaftlichem Engagement. Zusammensetzen sollen sich die Gremien, die regelmäßig einmal im Schulhalbjahr tagen und Rederecht in der Ratsversammlung erhalten sollen, aus Schülern der Schülervertretungen. Diese Vertretungen seien, so Wilken, eine bereits funktionierende Basis, auf der man aufbauen könne. In die jeweiligen Planungen sollen auch Vertreter des Kinderschutzbundes und Prozess-Moderatoren für die Leitung der Gremien einbezogen werden. Als Beispiel für eine Kinderratsversammlung zog Wilken die französische Partnerstadt Rendsburgs, Vierzon, heran, wo ein solches Gremium schon seit 15 Jahren erfolgreich existiere.

Unterstützung in der Sache kam unter anderem von Helge Hinz (SPD). Die frühzeitige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sei richtig und sinnvoll, die Anregungen Wilkens unterstützenswert. Allerdings machte Hinz den Vorschlag, die Angelegenheit zunächst in den Senat zu geben. Auch Volker Lindenau (Linke) nannte die Anträge vom Modernen Rendsburg „sehr gut“. Ein Einwand kam von Thomas Krabbes (CDU), der wissen wollte, ob die Interessen der Kinder und Jugendlichen selbst Eingang in den Anträgen berücksichtigt worden seien. „Wir verpassen ihnen hier ein stringentes Korsett, das wir als Erwachsene gewohnt sind.“ Der Rat stimmte aber geschlossen für die weitere Diskussion im Senat.

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