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Schwerer Rückschlag : „Rendsburgs Image zu negativ“: Hertie-Interessent zieht sich zurück

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Kaufmann aus der Region sieht schlechte Vermarktungschancen für hochwertige Wohnungen.

Rendsburg | Schwerer Rückschlag für die Vermarktung der Hertie-Ruine: Der Kaufmann aus der Region, der das Gebäude abreißen und durch einen Wohn- und Geschäftskomplex ersetzen wollte, ist abgesprungen. Dies bestätigte er gestern gegenüber der Landeszeitung. Einer der Gründe für den Rückzug sei Rendsburgs negatives Image. Dadurch wäre es schwierig geworden, Käufer für die geplanten Wohnungen zu finden.

„In Rendsburg wird viel geredet, aber leider passiert nichts“, beschrieb der potenzielle Investor das Grundproblem der Stadt. Dies hat der Kaufmann, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen will, am eigenen Leib erfahren. Zwar hatte sein Konzept sowohl im Rathaus als auch im Innenministerium im vergangenen Herbst Anklang gefunden. Doch die Gespräche versandeten. Förderzusagen gab es nicht.

Dies ist für den Kaufmann auch deswegen so enttäuschend, weil sogar auf hoher Ministerialebene über Zuschüsse gesprochen worden war. Immerhin sollte von einer Belebung des früheren Hertie-Standortes eine Signalwirkung für die gesamte südliche Innenstadt ausgehen. Damit wäre eine wichtige Bedingung erfüllt gewesen, um Städtebaufördermittel einzuwerben. Bürgermeister Pierre Gilgenast hatte sich damals optimistisch gezeigt, dass Zuschüsse eingeworben werden können.

Ohne Geld vom Staat ist dem Unternehmer das Risiko zu groß. 18 Millionen Euro wollte er investieren. Während sich in Hamburg eine vergleichbare Immobilie problemlos vermarkten ließe, gebe es in Rendsburg in dieser Hinsicht keinen Automatismus. „Wenn man hier ein solches Projekt verwirklichen will, ist daher jeder Investor darauf angewiesen, dass der Staat zweieinhalb bis drei Millionen Euro zur Verfügung stellt.“ Der möglicherweise schwierige Bauuntergrund und sich dadurch ergebende Zusatzkosten seien in der Kalkulation das kleinste Problem. Die staatliche Förderung wäre stattdessen dafür wichtig gewesen, die Wohnungen zu Preisen anbieten zu können, die von der Kundschaft in Rendsburg akzeptiert werden.

Nach Informationen unserer Zeitung soll der Verwalter des Gebäudes, Sebastian Mogos-Lindemann von der Berliner Firma CR Management, noch mit zwei weiteren Interessenten verhandeln. Bei einem der Interessenten handelt es sich offenbar um die Albrecht Vermögensverwaltung (AVW) aus Buxtehude, der andere Interessent stammt aus der Region Rendsburg und will zwischen Marienkirche und Altstädter Markt ein altengerechtes Domizil errichten.

Das seit 2009 leerstehende Hertie-Haus weist eine Verkaufsfläche von knapp 8300 Quadratmetern auf. Diese verteilt sich auf zwei Untergeschosse, ein Erdgeschoss und drei Obergeschosse. Der Keller soll teilweise unter Wasser stehen. Der gerichtlich festgestellte Verkehrswert des Gebäudes beträgt 848.000 Euro.

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erstellt am 22.Mär.2015 | 10:30 Uhr

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