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Nach Unfall mit Frachter : Rendsburger Schwebefähre: Minister Meyer bittet Dobrindt um Hilfe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer setzt sich in Berlin für eine zügige Reparatur des Wahrzeichens ein.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2016 | 10:01 Uhr

Rendsburg | Mit dem Dilemma um die Schwebefähre befasst sich jetzt auch die Landesregierung Schleswig-Holstein. In einem auf den 13. Januar datierten Brief hat Verkehrsminister Reinhard Meyer seinen Berliner Amtskollegen Alexander Dobrindt gebeten, „sich für die unverzügliche Reparatur einzusetzen und für die Übergangszeit verkehrliche Alternativen anzubieten“. Die Schwebefähre war am 8. Januar bei einer Kollision mit einem Frachter schwer beschädigt worden und ist seitdem außer Betrieb.

Die Rendsburger Schwebefähre ist schon über 100 Jahre alt und ein Wahrzeichen Rendsburgs. Bei dem spektakulärem Unfall prallte die 45 Tonnen schwere Schwebefähre mit einem Frachter zusammen.

Wie Minister Reinhard Meyer schreibt, sei die Fähre ein wichtiges Bindeglied zwischen der Stadt Rendsburg und den aufstrebenden Gemeinden südlich des Kanals. Insbesondere Schüler hätten die Schwebefähre auf ihrem Weg zur Schule genutzt. „Alternativen bestehen lediglich durch die Nutzung des rund 1,5 Kilometer entfernten Fußgängertunnels oder der etwa drei Kilometer entfernten Kanalfähre Schacht-Audorf/Nobiskrug.“ Nach Ansicht des Ministers bedeuten beide Alternativen einen erheblichen Mehraufwand für Eltern und Schüler.

 

In einer Stellungnahme gegenüber Journalisten bezeichnete Meyer die Schwebefähre „als klein, aber fein“. Die kleinen Fähren seien für den Nahverkehr sehr wichtig. Die Schwebefähre sei für die Region auch ein wichtiges Symbol, sagte er im Hinblick auf den für 2017 geplanten Antrag auf Anerkennung der Fähre als Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Man sollte sie im Betrieb erhalten.

Ebenfalls am Donnerstag wurde bekannt, dass die Kanalfähren auch im Bundestag eine Rolle spielen. In einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung wollen die Grünen in Erfahrung bringen, welche Fähren bis wann ersetzt werden sollen und welche Kosten dem Bundeshaushalt dadurch entstehen. Zudem fragen die Grünen nach der Zuverlässigkeit der Transportmittel und wie man einen reibungslosen Betrieb sicherstellen könne, wenn eine Fähre ausgefallen ist. Anlass der Anfrage sind die innerhalb Brunsbüttels eingesetzten Fähren, die wegen technischer Schwierigkeiten mehrfach aus dem Betrieb genommen werden mussten. Die Probleme mit der Schwebefähre konnten die Grünen noch nicht im Blick haben. Die Anfrage an die Bundesregierung stammt vom 6. Januar, die Schwebefähre verunglückte zwei Tage später.

 

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