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Längere Ausführungsfrist : Rendsburger Schwebefähre 2.0 hat Verspätung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Kanalamt entscheidet sich für ein anderes Vergabeverfahren – dadurch erfolgt die Fertigstellung voraussichtlich erst Ende 2019.

Rendsburg/Kiel | Die Menschen in der Region Rendsburg werden voraussichtlich bis Ende 2019  – und damit länger als erwartet – auf eine neue Schwebefähre warten müssen. Das geht aus den jetzt veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Kiel-Holtenau hervor. Sie können seit wenigen Tagen auf der zentralen Online-Vergabeplattform des Bundes eingesehen werden.

Die alte Schwebefähre war im Januar bei einem Zusammenprall mit einem Frachter zerstört worden. Der Fährführer wurde schwer verletzt.

In den Ausschreibungskriterien für die „ausführungsreife Planung und Bau einer betriebsfertigen Schwebefähre“ wird der 31. Dezember 2019 als Ausführungsfrist genannt. Gemeint ist der spätestmögliche Zeitpunkt, zu dem die Schwebefähre 2.0 fahrbereit übergeben werden muss. Vor einem halben Jahr hatte Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast verkündet, Anfang 2019 sei mit der Inbetriebnahme der neuen Fähre zu rechnen. 

Die Kanalverwaltung indes hielt sich mit Zeitangaben zur Fertigstellung bislang zurück. Als voraussichtliche Bauzeit wurden von amtlicher Seite eineinhalb Jahre genannt. Noch im Mai sagte ein Sprecher, man werde den Ersatzneubau voraussichtlich Anfang kommenden Jahres in Auftrag geben. Am Freitag verschob Amtsleiter Dieter Schnell diesen Schritt hinten. Man habe sich für ein anderes Vergabeverfahren entschieden, um „für dieses spezielle Bauwerk das bestmögliche technische Ergebnis“ zu erzielen. „Durch den öffentlichen Teilnehmerwettbewerb stellen wir sicher, von Beginn an qualifizierte potentielle Auftragnehmer zu gewinnen.“ Bewerben können sich nun alle Firmen, die „eine besondere Eignung für das Projekt Schwebefähre“ belegen.

Nachteil: Die Auswahlphase verlängert sich um mehr als ein halbes Jahr. Bis zum 31. Mai 2018 haben Kanalamt und Auftragnehmer nun Zeit, handelseinig zu werden. Schnell: „Nach Prüfung wird dann der Zuschlag für einen Auftragnehmer spätestens im Sommer 2018 erteilt, und die Bauphase kann beginnen.“ 

Die nächste Stufe der Vorplanung endet am 17. August. Bis zu diesem Tag können Werften oder Stahlbau-Unternehmen ihren Hut in den Ring werfen.

In den Vorgaben der Kanalverwaltung heißt es, dass das ehemalige Erscheinungsbild der Schwebefähre „unter Einsatz moderner Antriebs-, Steuerungs- und Überwachungstechnik überwiegend gewahrt“ bleiben muss. Fahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger müssen zwischen Rendsburg und Osterrönfeld transportiert werden können. Weitere Angaben werden nicht gemacht.

Das an der Hochbrücke über den Kanal hängende Original war bei der Kollision mit einem Frachter Anfang 2016 zerstört worden. Sechs Millionen Euro investiert der Bund in das Nachfolgemodell. Davon entfallen 2,5 Millionen Euro auf die Gondel. Der Löwenanteil fließt in die Technik direkt unter der Hochbrücke. Dazu zählt der elektrisch betriebene Antriebswagen.

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erstellt am 10.Jun.2017 | 09:00 Uhr

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