American Football : Rendsburger Ritter ohne Konkurrenz

Toll gefangen: Rendsburgs Wide Receiver Manuel Watterot (rechts) schnappt sich trotz Gegenwehr seines Neumünsteraner Gegenspielers das Ei.
Toll gefangen: Rendsburgs Wide Receiver Manuel Watterot (rechts) schnappt sich trotz Gegenwehr seines Neumünsteraner Gegenspielers das Ei.

Gleich in der ersten Saison nach ihrer Vereinsgründung dominieren die Knights die Landesliga HH/SH im American Football.

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21. Juni 2014, 18:00 Uhr

Als „Ritter ohne Furcht und Tadel“ (Landeszeitung vom 5. Februar 2014) gingen die American Footballer der Rendsburg Knights in ihre erste Saison. Nach drei Spielen in der Landesliga Hamburg/Schleswig-Holstein darf man sie getrost als „Ritter ohne Konkurrenz“ bezeichnen. Mit Blick auf einen möglichen Aufstieg in die Oberliga schlagen die Verantwortlichen aber noch vorsichtige Töne an.

Drei Spiele – drei deutliche Siege schmücken die Statistik der Knights. Eine Dominanz, mit der im Lager der Rendsburger kaum einer gerechnet hat. „Das ist schon unglaublich“, sagt Georg Ahrens. Der 1. Vorsitzende kann es beinahe immer noch nicht fassen, was seine Jungs bisher auf den Rasen gezaubert haben. Selbst in den beiden Parallel-Staffeln findet sich keine Mannschaft, die eine bessere Bilanz vorweisen kann. Mit Spannung fiebern die Knights bereits jetzt dem Interconference-Spiel entgegen. In Hin- und Rückspiel geht es gegen einen Gegner aus eine anderen Landesliga-Staffel. Die Rendsburger treffen dabei auf die Lüneburg Razorbacks, dem aktuellen Tabellenführer aus der Staffel Niedersachsen/Hamburg (26.7. und 2.8.).

Am Sonntag aber steht an der Nobiskrüger Allee zunächst das Rückspiel gegen die Heide Saints an (15 Uhr). Ein Erfolg der „Heiligen“ aus Kreisstadt Dithmarschens käme einer kleinen Sensation gleich. Mit nur einem Sieg reisen die Heider an und vor vier Wochen wurden sie von den Rendsburgern auf eigenem Platz mit einem 55:18 gedemütigt. Allerdings sollten die Knights morgen von Beginn an mit dem Kopf bei der Sache sein. Am vergangenen Sonntag gegen Neumünster schimmerte im ersten Viertel etwas Überheblichkeit bei den Gastgebern durch. „Da waren wir nicht konzentriert genug. Da wollte jeder plötzlich etwas Besonderes auf dem Feld machen“, krittelte Ahrens. Der Zwischenstand von nur 7:6 war nicht nach dem Geschmack der Platzherren. In der Folge aber fanden die Knights zu ihrem gewohnt disziplinierten Spiel und legten 22 Punkte zwischen sich und den Gegner, ehe die Partie in beiderseitigem Einvernehmen beim Stand von 26:6 (14:6) abgebrochen wurde. Nachdem sich ein Neumünsteraner eine Gehirnerschütterung zugezogen und sich ein weiterer die Schulter auskugelt hatte, stimmten die Schiedsrichter einer vorgesehenen Spielzeitverkürzung zu.

Und so suchen die Funktionsträger der Rendsburger Footballer nach einer zukunftsfähigen Lösung, denn eines ist klar: „Wir sind zu stark für diese Liga“, so Ahrens. Dabei ereilt die Knights möglicherweise der Fluch ihrer guten Taten, denn ein so zeitnaher Aufstieg in die Oberliga Nord würde ohne Frage höhere Kosten verursachen. „Die weiteren Auswärtsfahrten könnten da schon zu einem Problem werden“, gibt der Clubchef zu bedenken. Auf der anderen Seite nimmt er mit Freude und Genugtuung zur Kenntnis, dass das zarte Pflänzchen „American Football“ in Rendsburg auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Begegneten ihm Sponsoren im Zuge der Aufbauphase des Vereins zumeist mit Skepsis, öffnen sich diese Türen derweil schon leichter. „Die Gespräche laufen nun schon deutlich positiver. Teilweise kommen Sponsoren jetzt sogar auf mich zu“, sagt Ahrens. Und nach den ersten Spielen hat er gewichtige Argumente auf seiner Seite. Neben dem sportlichen Erfolg, ist die Resonanz herausragend. Nach den rund 400 Zuschauern beim ersten Heimspiel, pilgerten am vergangenen Sonntag gegen Neumünster sogar gezählte 589 Fans ins Stadion.

Ob sein Team auch eine Spielklasse höher bestehen könnte, soll in einem Testspiel gegen einen dementsprechenden Gegner ausgelotet werden. Zweifelsohne würde die Knights in der Oberliga deutlich stärker gefordert werden – die Konkurrenz würde größer werden. Aber auch dieser Aufgabe würden sie sich stellen – ohne Furcht und Tadel.

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