Kommunalwahl : Rendsburger Ratsversammlung wird bunt

Die Rendsburger Ratsversammlung ist mächtig durcheinandergewirbelt worden. Die SPD hat ihren Status als stärkste Fraktion hauchdünn zurückerobert, neu dabei sind Grüne und Linke. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,6 Prozent.

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26. Mai 2008, 12:02 Uhr

Als der CDU-Spitzenkandidat Thomas Krabbes am Wahlabend das Rendsburger Rathaus verließ, um im Conventgarten mit seinen Parteifreunden zu feiern, wähnte er sich noch als Anführer der stärksten Fraktion mit elf Sitzen in der Ratsversammlung. Dann klingelte das Telefon: Nach der Korrektur einiger Übertragungsfehler hatte sich das Bild wieder geändert. Das vorläufige amtliche Endergebnis sieht die SPD hauchdünn mit 11 Sitzen vor der CDU (10), der Liste Wilken (4), Linken, SSW und Grünen (jeweils 2).
Eindeutiger Verlierer der Kommunalwahl ist die CDU, die gegenüber der Wahl vor fünf Jahren rund zehn Prozent der Stimmen und fünf Sitze in der Ratsversammlung verlor. "Das wir unser Jahrhundert-Ergebnis nicht würden wiederholen können, war klar", sagte Krabbes. "Wer jetzt eine Entscheidung durchsetzen will, braucht mindestens zwei Partner."
Bei der SPD dagegen herrschte verhaltene Freude: "Wir hatten nicht mehr erwartet, uns aber ein noch besseres Ergebnis gewünscht", sagte die Fraktionsvorsitzende Karin Wiemer-Hinz. Als stärkste Fraktion stellt die SPD auch den nächsten Bürgervorsteher. Wer das sein wird, wird Montag Abend entschieden.
Wilken zufrieden, Linke drin
Dass die Liste Wilken ihre vier Sitze behauptete, wertete Fritjof Wilken angesichts der "Gemengelage" als gutes Ergebnis. Eitel Freude herrschte dagegen bei den Linken. "Das Ergebnis zeigt, dass wir einen guten Wahlkampf geführt haben. Ich bin stolz auf uns", erklärte der neue Ratsherr Volker Lindenau.
Alle Parteien werden die nächsten Tage nutzen, um zu beraten, wie die künftige Arbeit in der Ratsversammlung aussehen wird. Eines steht schon jetzt fest: Es wird mehr mit einander gesprochen werden müssen. Angesichts der unklaren Mehrheiten sind die Fraktionen zu Bündnissen gezwungen, um Mehrheiten zu erlangen. Erschütterung und Ratlosigkeit löste dagegen die Wahlbeteiligung von nur 39,6 Prozent aus. Negatives Highlight war dabei wieder einmal der Wahlkreis 17 (Mastbrook) mit einer Quote von unter 25 Prozent.

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