"Schwerwiegende Vertragsverletzungen" : Rendsburger Kath-Haus verliert Volkswagen

Erst kündigte Audi die Verträge - jetzt auch Volkswagen. Am Standort Rendsburg ist das Autohaus Kath kein VW-Händler mehr.

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30. August 2011, 09:48 Uhr

Rendsburg | Die Kath-Gruppe kommt nicht zur Ruhe. Das Rendsburger Unternehmen, das mit neun Niederlassungen in Hamburg und Schleswig-Holstein und einem Jahresumsatz von 200 Millionen Euro (2010) zu den größten Autohäusern des Nordens zählt, hat seinen Vertrag mit Volkswagen am Standort Rendsburg verloren. Dies sagte auf Anfrage der Landeszeitung Erika Kath-Drengenberg aus der Inhaberfamilie.
Die Pressestelle von Volkswagen bestätigte die Kündigung zum 25. August. Grund seien "schwerwiegende Vertragsverletzungen", sagte eine Unternehmenssprecherin in Wolfsburg. Ausschließlich der Standort Rendsburg sei betroffen, und zwar sowohl Händler- als auch Serviceverträge der Marken VW und VW Nutzfahrzeuge.
Neubesetzung der Unternehmensspitze
Die Mitarbeiter des Hauses an der Friesenstraße wurden gestern auf einer Versammlung über den Verlust informiert. Die acht anderen Standorte - unter anderem in Kiel, Husum und Bordesholm - sind von der VW-Entscheidung nicht betroffen.
Zugleich bahnt sich eine Neubesetzung der Unternehmensspitze an. Neuer geschäftsführender Gesellschafter wird ab dem 1. September Malte Drengenberg, Sohn von Erika Kath-Drengenberg. Sie sagte, es werde keine Entlassungen geben. "Keiner verliert seinen Arbeitsplatz." Weitere Einzelheiten wolle sie am Montag auf einer Pressekonferenz mitteilen. Sie hoffe, dass VW den Schritt noch rückgängig mache. Der Grund für die Kündigung sei eine "lange zurückliegende Sache". Näheres sagte Kath-Drengenberg nicht.
Audi kündigte im Frühjahr
Erst im Frühjahr hatte die Kath-Gruppe für Schlagzeilen gesorgt, nachdem Audi seine Händlerverträge gekündigt hatte. Der ehemalige geschäftsführende Gesellschafter Hauke Drengenberg legte darauf sein Amt als Geschäftsführer nieder. Als Grund wurden vom Kath-Management damals Verstöße gegen die Audi-Händlerverträge genannt.
Der Betriebsrat wollte sich zu den Neuerungen gestern nicht äußern. Der kaufmännische Geschäftsführer Kai Leinbaum verwies auf Erika Kath-Drengenberg und lehnte ebenfalls jede Stellungnahme ab.

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