Unternehmen mit Verlusten : Rendsburger Kanaltunnel: Sanierung kommt gut voran

Der Rendsburger Kanaltunnel ist neben der Rader Hochbrücke die verkehrliche Schlagader einer ganzen Region. Im mittleren Tunnelstück beträgt der Abstand zwischen der Fahrbahn und den Apparaturen an der Decke zum Teil weniger als 4,30 Meter.
Der Rendsburger Kanaltunnel ist neben der Rader Hochbrücke die verkehrliche Schlagader einer ganzen Region.

Die Arbeiten an der Weströhre gehen planmäßig voran. Der Wirtschaft jedoch dauert die Instandsetzung viel zu lang.

shz.de von
08. November 2018, 11:15 Uhr

Rendsburg | Im Gegensatz zur Wirtschaft sehen die zuständigen Behörden die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal auf einem guten Weg. „Die uns selbst gestellten Ziele haben wir erreicht und können zufrieden sein“, sagte Sönke Meesenburg von der Wasser-und Schifffahrtsverwaltung WSV am Donnerstag. Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord) ist dagegen mit ihrer Geduld am Ende.„Das Verständnis in der Wirtschaft für die Sanierungsdauer ist vollständig aufgebraucht“, sagte Geschäftsführer Sebastian Schulze.

Ursprünglich sollten die 2012 begonnenen Arbeiten zweieinhalb Jahre dauern. Jetzt soll der Tunnel Anfang 2020 fertig werden. Bis dahin läuft der Verkehr in beiden Richtungen einspurig über die bereits fertig gestellte Oströhre.

Die Weströhre des Rendsburger Straßentunnels wird seit Januar 2017 in drei Phasen instandgesetzt, wie Meesenburg erläuterte. Im ersten Jahr seien die Wände saniert worden, im diesem Jahr sei der Boden dran. „Lediglich die Asphaltdecke muss noch aufgetragen werden.“ Im nächsten Jahr folge dann die technische Ausrüstung: Beleuchtung, Belüftung und Sensoren sollen eingebaut und getestet werden.

Die Sanierung des rund 600 Meter langen Tunnels wird voraussichtlich rund 80 Millionen Euro kosten – mehr als drei Mal so viel wie geplant, sagte WSV-Sprecher Jirka Niklas Menke. Die Kosten trägt der Bund.

Wirtschaft hat kein Verständnis mehr

Doch nicht nur den Steuerzahler, auch die Wirtschaft kommt die Dauerbaustelle nach Einschätzung des UV Nord teuer zustehen. „Den Unternehmen im Wirtschaftsraum Rendsburg entsteht täglich ein Schaden in Höhe von bis zu 50.000 Euro“, sagte Schulze. Dies seien regionale Schätzungen.

„Insbesondere in den Hauptverkehrszeiten sind Fahrzeiten überhaupt nicht zu kalkulieren.“ Hinzu kämen Kündigungen von Mitarbeitern, die sich dem täglichen Staustress nicht mehr aussetzen wollten, sagte Schulze. Spediteure verlangten Aufschläge für Lieferungen in die Region.

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