zur Navigation springen

Kultserie : Rendsburger gibt beim „Tatortreiniger“ den Ton an

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Arne Feldhusen (42) führt gleich bei mehreren Kultserien Regie. Heute Abend ist im NDR eine neue Folge „Tatortreiniger“ zu sehen.

Am Mittwoch sitzt Arne Feldhusen fast den ganzen Tag lang im Studio in Berlin. „Ich bin gerade beim Schnitt der restlichen Folgen“, sagt er. Heute Abend läuft eines seiner Werke. „Fleischfresser“ heißt die neue Episode vom „Tatortreiniger“. Arne Feldhusen kennt das Ende der Folge schon. Denn der gebürtige Rendsburger ist Regisseur und setzt Schauspieler Bjarne Mädel alias Tatortreiniger Heiko „Schotti“ Schotte in Szene.

Arne Feldhusen wusste schon früh, wo es für ihn beruflich hingehen sollte. „Ich wollte erst in Richtung Schauspiel, doch dazu kam es nie. Ab dem ersten Job als Fahrer bei einer Filmproduktion hat mich die Schnittstelle zwischen Kamera und Schauspiel immer am meisten interessiert“, sagt der 42-Jährige, der in Rendsburg erst das Gymnasium Kronwerk und später die Herderschule besuchte. Nach dem Zivildienst in Köln arbeitete Feldhusen über zehn Jahre bei verschiedenen Filmproduktionen, erst als Praktikant und Fahrer, dann als Schnitt- und Regieassistenz, seit 1999 als Regisseur. Später holte ihn Schauspielerin Anke Engelke für die Sketchserie „Ladykracher“ ins Boot. Seit 2004 machte sich Feldhusen zudem mit der Serie „Stromberg“ mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle einen Namen.

Probleme damit, den Stars Anweisungen zu geben, hatte Feldhusen nur ganz am Anfang: „Meine allererste kommerzielle Regieleistung bestand aus einer Sexszene mit Anke Engelke – da hatte ich natürlich Muffensausen. Aber so jemand wie Anke nimmt einem die Angst sofort. Sie rannte dann solange nackt durchs Set, dass es irgendwann auch den Beleuchtern völlig egal war.“ Auch die Arbeit mit Herbst als Bernd Stromberg lief und läuft reibungslos. „Er, Anke Engelke und auch Bjarne Mädel sind genau wie ich akkurat und detailversessen und haben dazu eine ausreichend große Portion Durchgeknalltheit“, betont Feldhusen.

Nun kehrte also jüngst „Der Tatortreiniger“ zurück, gestern und am Dienstag liefen beim NDR jeweils eine Wiederholung und eine neue Folge. Letztere waren TV-Premieren von bereits auf DVD veröffentlichten Folgen. Die neue Folge am Dienstag um 22.30 Uhr lockte 900.000 Zuschauer, so viele Zuschauer hatte „Schotty“ noch nie. Mit dieser Popularität der Serie hatte Feldhusen zu Beginn nicht gerechnet: „Für uns war es ein Experiment, ob es klappt, sich auf Wesentliches zu beschränken.“

Sowohl für „Stromberg“ als auch für „Der Tatortreiniger“ wurde Feldhusen mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Das Erfolgsgeheimnis der Serie mit „Schotty“, der – garniert mit viel Situationskomik – die Spuren von Mordopfern beseitigt, liegt für Feldhusen schon in der Vorarbeit. „Ich habe auf Teammitglieder gebaut, die genau an dieser sehr speziellen Arbeit Spaß finden würden und sich deshalb sehr einbringen. Ich glaube, dass man auch später als Zuschauer merkt, dass dies ein Format ist, bei dem viel Liebe im Detail steckt.“

Regelmäßig, wenn auch in großen Abständen besucht Feldhusen noch seine Heimat, die Eltern wohnen in Büdelsdorf. In die ganz große Film-Welt scheint es den Regisseur nicht zu ziehen. „Ich wünsche mir weiterhin originelle Ideen zu erzählenswerten Geschichten. Die können auch sehr klein sein. Hollywood ist sicher kein Traum von mir.“ Im Kino ist demnächst aber trotzdem ein Feldhusen-Film zu sehen. Am 20. Februar kommt „Stromberg – Der Film“ auf die Leinwand.

Heute um 22.30 Uhr läuft zunächst die erste von vier Episoden der dritten Staffel. Wann die anderen drei ausgestrahlt werden, steht noch nicht fest. Einen kleinen Appetithappen kann Arne Feldhusen für heute Abend schon geben: „Den Zuschauer erwartet ein Dialog zwischen einem Fleischfresser und einer Veganerin. Nicht mehr und nicht weniger.“

TV-Tipp: heute, 22.30 Uhr, NDR: „Der Tatortreiniger – Fleischfresser“.

 

zur Startseite

von
erstellt am 08.Jan.2014 | 18:44 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen