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Rendsburger erlebten die Grenzöffnung hautnah

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Eine Frau sagte plötzlich ,Die Grenzen sind auf’“, erinnert sich Uwe Mäder. Der Rendsburger hat am 9. November 1989 einen historischen Moment miterlebt.

„Eine Frau sagte plötzlich ,Die Grenzen sind auf’“, erinnert sich Uwe Mäder. Der Rendsburger hat am 9. November 1989 einen historischen Moment miterlebt. Gemeinsam mit Bekannten fuhr der heute 61-Jährige in seinem Ford Transit als zweites Auto über den kurz zuvor freigegebenen Grenzübergang Gudow-Zarrentin. „Wir haben gar nicht realisiert, dass die Grenze wirklich offen war“, sagt er.

Die Gruppe war drei Tage zuvor in die DDR gereist. Ihr Ziel war das Hotel „Stadt Rendsburg“ in Dresden. Der Geschäftsführer Norbert Sauer hatte die damaligen Mitglieder des Hotel- und Gaststättenverbandes Rendsburg zur Neueröffnung des Hotels am 6. November 1989 eingeladen. Mit Spezialitäten wie Büsumer Krabben, Matjes und Flensburger Pilsener hatten sich die Gastronomen auf den Weg gemacht.

Dresden erreichten sie mit mehrstündiger Verspätung. Bei der Grenzüberfahrt in Wartha hatte es Probleme gegeben. „Wir sind an der Grenze vier Mal wieder zurückgeschickt worden“, berichtet Volquard Schulze. Erst nachdem mit Hotelier Norbert Sauer in Dresden telefoniert worden war, hieß es: „Die Gaststätten-Delegation ist unverzüglich durchzulassen.“ Erst nach Mitternacht kamen sie endlich am Hotel an.

Drei Tage später ging es zurück nach Schleswig-Holstein. „Weil wir Angst hatten, in Wartha wieder Probleme zu bekommen, sind wir über Berlin zum Übergang in Gudow-Zarrentin gefahren“, weiß Horst Timm, damals Vorsitzender des Rendsburger Gaststätten-Verbandes.

Als die Norddeutschen gegen 18.30 Uhr ankamen, herrschte Verwirrung. „Nachdem es hieß, die Grenze sei offen, haben wir eine Flasche Sekt geöffnet. Der Korken knallte, und plötzlich war es ganz still. Die Menschen dachten wohl, es sei ein Schuss gefallen“, sagt Mäder. Dann öffneten die Grenzer den Schlagbaum. Bürger stiegen aus ihren Trabis und gingen auf die Grenze zu – keiner glaubte, was passiert war. Einen Ausreisestempel haben die Rendsburger nicht mehr bekommen. „Als wir ausgereist sind, gab es die DDR nicht mehr.“ Noch heute können sie kaum glauben, was sie vor 25 Jahren erlebt haben.

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