„Tealightful Timer“ : Rendsburger erfindet Super-Tee-Ei

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Lennart Riepers Innovation verhindert, dass Tee bitter wird: Für die Serienfertigung des Produkts sucht er über Kickstarter Geldgeber in der ganzen Welt.

shz.de von
16. Januar 2015, 12:13 Uhr

Dieses Glücksgefühl wird er im Leben nicht vergessen. Voller Freude war Lennart Rieper, „als ich zum ersten Mal merkte, dass Menschen bereit sind, für ein von mir entwickeltes Produkt Geld auszugeben“. Dass er nicht nur Leute aus dem Freundes- und Verwandtenkreis oder aus seiner Geburtsstadt Rendsburg für seine Produkte begeistern kann, sondern auch Kunden aus Singapur, Taiwan, Australien, Indonesien und den Vereinigten Staaten, überraschte ihn umso mehr.

Über die Internetplattform Kickstarter findet der angehende Produktdesigner derzeit Unterstützer aus der ganzen Welt für eine seiner Ideen: Eine Mischung aus Tee-Ei und Eieruhr, genannt „Tealightful Timer“, möchte der 25-Jährige auf den Markt bringen. Das gewisse Etwas: Sein Tee-Ei lässt sich auf die Ziehzeit des Tees einstellen, so dass es sich nach der gewünschten Dauer verschließt und das Getränk nicht bitter wird. Das nötige Startkapital in Höhe von 40.000 US-Dollar möchte er via Internet sammeln. Potenzielle Kunden ein Tee-Ei vorbestellen und Riepers Projekt mit Spenden unterstützen. Erst wenn der benötigte Betrag zusammenkommt, beginnt die Produktion.

Den ganzen Januar über können sich Unterstützer melden. Die Hälfte der Zeit ist also schon vergangen, die Hälfte des Geldes aber noch nicht zusammen. Bis gestern waren es 333 Unterstützer, die zusammen 14.334 US-Dollar für das Projekt geben würden. Diese Summe wird aber nur dann von den Konten der Spender eingezogen, wenn die magische Grenze bis zum 1. Februar erreicht ist. „Im Moment sieht es zwar nicht so aus, als würde das noch klappen, aber kurz vor Ende des Zeitraums gibt es erfahrungsgemäß noch mal einen deutlichen Aufschwung“, sagt der Erfinder.

Und selbst wenn er keine 40.000 Dollar zusammenbekommt – für den Studenten ist das Projekt schon jetzt ein Erfolg. Die Rückmeldungen, die er zu seiner Produktidee bekommt, überwältigen ihn. Einige potenzielle Kunden gehen sogar so weit, dass sie nicht nur ihre finanzielle Unterstützung zusichern, sondern von sich aus für das Projekt werben, damit es realisiert werden kann. Manche schrieben sogar Zeitschriften in ihren Ländern an, um auf den jungen Deutschen und sein Tee-Ei aufmerksam zu machen.

Auch mögliche Investoren haben sich bei Rieper gemeldet – der erste kam aus Rendsburg, ein weiterer aus den Vereinigten Staaten. „Die Fragen dann: Wie sieht die Rendite aus? Wie sind die Prognosen? Das ist heftig, wie weit die schon denken.“ Er selbst hat sich bisher wenig Gedanken über die Erfolgschancen seines Produktes gemacht, weil seine größte Baustelle aktuell eine andere ist. Für die Abschlussarbeit seines Studienganges „Produktgestaltung“ an der Hochschule für Gestaltung im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd vergleicht er derzeit anhand von vier selbst entwickelten Produkten verschiedene Wege, um Produkte über digitale Medien zu vermarkten.

Obwohl die Abschlussarbeit im Fokus des 25-Jährigen steht, wäre die erfolgreiche Finanzierung und Produktion des Tee-Eis für ihn der perfekte Übergang ins Berfusleben. Lennart Rieper möchte sich mit seinem Kommilitonen Florian Goecke in Hamburg selbstständig machen. Mit dem Tee-Ei hätten die beiden Produktdesigner von der ersten Stunde an ein Projekt. Rieper: „Wir könnten nahtlos weitermachen.“

Der gebürtige Rendsburger blickt jedenfalls mit großem Optimismus in die Zukunft. Denn die vergangenen zwei Wochen haben ihm gezeigt, dass nicht nur zahlreiche Kunden an ihn und seine Produktidee glauben, sondern sogar Investoren Potenzial in seinem Super-Tee-Ei sehen.

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