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Symbolischer Abriss : Rendsburg: Wie das Kulturnetz das Hertie-Haus entsorgen will

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Hertie-Haus ist Symbol für den Leerstand Rendsburgs. Am 21. Mai soll es abgerissen werden – zumindest symbolisch.

Eigentlich ist es ganz einfach. Ein paar Stangen Dynamit, ein langes Kabel, ein Auslöser – und schon wäre der Hertie-Schandfleck Geschichte. Für den Kreiskulturbeauftragten und Sprecher des Kulturnetzes Rendsburg, Reinhard Frank, ist das „ein Traum“. Zumindest symbolisch geht er am 21. Mai zum „Langen Tag der Kultur“ in Erfüllung. Video-Clips von der Sprengung nicht mehr benötigter Gebäude sollen auf die Fassade des Hertie-Gebäudes projiziert werden.

Rendsburg hat mit viel Leerstand in der Innenstadt zu kämpfen. Doch im Gegensatz zu Städten wie Neumünster gibt es wenig Ideen, um dem ein Ende zu setzen.

Die Idee dazu hat Franks Kulturnetz-Kollege Harald Jockenhövel entwickelt. Ihm ist das Kaufhaus-Gebäude seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge. „Die Fassade ist schrecklich“, sagt er, „das Gebäude wurde stets als die ’Toten Augen von Rendsburg’ bezeichnet“. Seit es leersteht, verfällt es nach Jockenhövels Beobachtungen immer mehr. Für ihn ist es Zeit, etwas dagegen zu tun. Denn: „Ich begreife Kultur auch als Agieren im politischen Raum.“ Der Betonklotz am Altstädter Markt sei ein Symbol für den Leerstand in der Innenstadt. Jockenhövel setzte sich mit der Frage auseinander, ob man das Gebäude zumindest symbolisch entsorgen könne – und entdeckte im Internet eine Fülle an Beispielen, welches Schicksal ungeliebten Immobilien drohen kann. Diese Beispiele – Clips von Gebäudesprengungen auf der ganzen Welt – stellte er zu einem 30-minütigen Film zusammen, den er den Rendsburgern am 21. Mai zeigen will. Damit man alles gut erkennen kann, muss Jockenhövel den Sonnenuntergang abwarten. Gegen 21.30 Uhr will er beginnen.

Reinhard Frank hat einige Szenen bereits gesehen. „Die sind spektakulär“, lautet seine Beurteilung. Es werde klar zu sehen sein, wie Dynamitblitze durch die Gebäude zucken, die anschließend in sich zusammen fallen. Wobei der Kreiskulturbeauftragte betont: „Wir wollen nicht, dass das Hertie-Gebäude gesprengt wird.“ Man wolle aber erreichen, dass endlich etwas passiert. „Ich wünsche mir eine belebte und belebende Innenstadt.“

Unterdessen brodelt die Gerüchte-Küche. Mittlerweile soll es drei Hertie-Interessenten geben. Aus dem Rathaus heißt es dazu, dass man Ende des Monats mit Fortschritten rechnet, die Gespräche seien in einer entscheidenden Phase. Letztere Formulierung wird manchem Hertie-Beobachter bekannt vorkommen. Ähnlich lautende Stellungnahmen gab es nämlich schon vor einem Jahr.

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erstellt am 11.Apr.2016 | 09:13 Uhr

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