1. Basketball-Regionalliga : Rendsburg Twisters mit perfektem Saisonfinale

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Eine starke Leistung bot Rendsburgs 16-jähriger Aufbauspieler Gbenga Hansen (rechts), der hier vom Hamburger Lamel Lyles Tysem attackiert wird.
Eine starke Leistung bot Rendsburgs 16-jähriger Aufbauspieler Gbenga Hansen (rechts), der hier vom Hamburger Lamel Lyles Tysem attackiert wird.

In der 1. Basketball-Regionalliga feiern die Rendsburg Twisters mit dem 96:85 gegen Eimsbüttel den 16. Saisonsieg.

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14. April 2019, 19:54 Uhr

Rendsburg | Mehr Emotionen gehen nicht. Im Saisonfinale der Rendsburg Twisters jagte ein Höhepunkt den nächsten. Als sportlich historisch geht das 96:85 (28:23, 50:49, 77:60) gegen den Eimsbütteler TV vor 452 Zuschauern in die Vereinschronik ein, denn die Korbjäger vom Kanal haben noch nie in ihrer Vereinsgeschichte 16 Saisonsiege in der 1. Regionalliga bejubelt. Neben dem sportlichen Höhenflug, der wie im Vorjahr auf Tabellenplatz 5 endete, sorgte die Verabschiedung von Max Hillner, Christopher Geist, Sven Gottschalk, Julian Pesava und Pierce Cumpstone für Gänsehaut-Atmosphäre.

Schon beim Warmmachen wurde den Fans klar, dass es in Rendsburg nicht um das große Geld geht, sondern der Teamspirit gelebt wird. Alle Spieler und Trainer Bjarne Homfeldt hatten sich mit neuen T-Shirts ausgestattet – mit der Nummer 5 auf der Brust. Es ist die Trikotnummer des Teamkollegen Jakob Menges, der sich in Cuxhaven eine schwere Knieverletzung zugezogen hat und mindestens bis Weihnachten ausfallen dürfte. Diese Emotionalität entlud sich auch gleich auf dem Spielfeld. Ein überragender Max Hillner („Kann nicht meckern über die erste Halbzeit“) begeisterte mit 17 Punkten inklusive dreier Dreier. Zwischenzeitlich war der Vorsprung zweistellig (35:25, 13./40:30, 15.). Doch der ETV mit dem in Halbzeit 1 nie zu stoppenden Vidmantas Uzkuraitis (21 Punkte) kam auf einen Zähler heran. Wohl auch, weil die Hamburger Fehlpässe und Ballverluste der Twisters über den Schnellangriff bestraften. „50 Punkte zur Pause ist super. Mit der Abwehrarbeit war ich aber überhaupt nicht zufrieden“, wurde Homfeldt in der Halbzeitansprache doch etwas energischer. Mit Erfolg: Mit 27:11 im dritten Viertel wurde der Gast regelrecht überrollt. Insbesondere Pierce Cumpstone hielt nicht nur Uzkuraitis in Schach, sondern versenkte einen Ball nach dem anderen im Korb.

Das Schlussviertel wurde zum Schaulaufen – vor allem für die jungen Wilden. Der erst 16-jährige Gbenga Hansen riss die Zuschauer mit seiner Unbekümmertheit von den Sitzen. „Acht Punkte, zwei Assists, nur ein Ballverlust – das ist super“, lobte Homfeldt, der aber auch die Auftritte der neuen Generation mit Alexander Mau, Scharif Said und Daniel Merz hervorhob: „Das ist positiv. Es kommen Spieler nach, die bereit sind, die Lücke zu schließen.“ Doch die Lücke, die Hillner, Gottschalk und Geist hinterlassen, ist riesig. „Sie sportlich zu ersetzen, wird schwierig. Noch mehr werden sie uns aber als Menschen fehlen. Für den hervorragenden Teamspirit waren die drei hauptverantwortlich“, kämpfte Homfeldt nach der Verabschiedung um Fassung.

Allerdings lebt die Hoffnung, dass die beiden Profis Cumpstone und Pesava vielleicht doch in Rendsburg bleiben. Es sei möglich, so Homfeldt, der dem Verbleib eine Wahrscheinlichkeit von „deutlich über zehn, aber unter 50 Prozent“ zuweist. Für den Twisters-Coach war das Saisonfinale ohnehin eine Achterbahnfahrt der Gefühle. An seinem 37. Geburtstag feierte er mit seinem Team den größten sportlichen (Vereins-)Erfolg, musste verdiente Spieler verabschieden und dann gab es noch ein Geburtstagsständchen von den 452 Zuschauern. Mehr Emotionen gehen nicht.


Rendsburg Twisters: Pesava (12), Becker (3/1x3), Hillner (20/4x3), Said (1), Gottschalk (6), Hansen (8/1x3), Rixen (15/1x3), Merz, Cumpstone (23), Mau (3/1x3), Geist (5).



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