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Wachstum durch Windkraft : Rendsburg Port trotzt Krise im Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Weniger Schiffe und Ladung auf dem Wasser – aber mehr Umschlag im Schwerlasthafen: Der vor vier Jahren gestartete Rendsburg Port ist weiter im Aufwind. Dennoch endete das vergangene Jahr mit einem Minus.

Altersschwache und kaputte Schleusen, Havarien, weniger Traumschiffe, Einbußen im Russland-Handel und Kapitäne, die es sich leisten können, wegen billiger Spritpreise den Umweg über Skagen zu nehmen – der Nord-Ostsee-Kanal erlebt schwere Zeiten. Der gesamte Kanal? Nein. Ein erst vier Jahre alter Hafen trotzt der Krise. Der Rendsburg Port schreibt zwar noch rote Zahlen, nimmt jedoch Kurs auf die Zone des Profits. „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden“, sagte Geschäftsführer Frank Schnabel von Brunsbüttel Ports, seit Jahresbeginn alleiniger Gesellschafter des Betreibers Rendsburg Port GmbH.

Auf LZ-Anfrage nannte Schnabel neue Zahlen, die den positiven Trend belegen. Demnach hat sich die Umschlagmenge fast verdoppelt. 2015 wurden 155  000 Tonnen bewegt, im Jahr davor waren es noch 84  000 Tonnen. Die Zahl der Binnenschiffe stieg von 60 auf 183 an. Hinzu kamen acht Seeschiffe. „2015 haben wir mit einer guten Auslastung bewiesen, dass der Hafen funktioniert, eine absolute Berechtigung mit dem Alleinstellungsmerkmal eines echten Schwerlasthafens hat und dadurch auch Kunden in die Region bringt und bringen wird“, meinte Schabel. Auch im laufenden Jahr sei man nach verhaltenem Start im Januar/Februar auf einem guten Weg und werde die Auslastung aus dem Vorjahr „hoffentlich demnächst überschreiten können“.

Noch zahlen die drei Eigentümer des Ports allerdings drauf. Der Jahresfehlbetrag 2015 belief sich auf 1,16 Millionen Euro. Das ist eine Viertelmillion weniger als im Vorjahr. Diese Zahlen nannte Herwig Schröder aus der Geschäftsführung der Rendsburg Port Authority (RPA). Verluste macht der Hafen einerseits, weil für seinen Bau Kredite aufgenommen werden mussten. Sie werden von Jahr zu Jahr weniger. Gleichzeitig muss das große Gewerbegebiet im Hinterland erst noch mit Leben gefüllt werden. Direkt an der B  202 sind etwa 55 Hektar Fläche an Unternehmen zu vergeben, die ersten werden im kommenden Jahr erwartet. Ab 2021 wolle man schwarze Zahlen schreiben, sagte Schröder und betonte, dass der Rendsburg Port allein dies nicht leisten könne. „Das Konstrukt Rendsburg Port Authority funktioniert nur dann, wenn der Hafen ausgelastet ist und das Gewerbegebiet südlich der B  202 mit Firmen bestückt wird, die dazu beitragen.“

Das Areal ist insgesamt 80 Hektar groß, 25 Hektar sind für Straßen und Wege vorgesehen. Außerdem soll ein Lärmschutzwall zwischen den künftigen Firmengrundstücken und den Wohngebieten Osterrönfelds erichtet werden. In direkter Nachbarschaft zur Gemeinde sollen kleine Firmen bei der Grundstücksvergabe zum Zuge kommen. Die Parzellen weiter westlich bleiben größeren Betrieben oder Fertigungshallen vorbehalten. 80 Prozent der Fläche eines Grundstücks dürfen bebaut werden – das Maximum dessen, was der Gesetzgeber zulässt.

Um das Minus im Rendsburg Port aus dem vergangenen Wirtschaftsjahr auszugleichen, müssen Rendsburg, Osterrönfeld und die Wirtschaftsförderung des Kreises auf Vorschlag des RPA-Aufsichtsrates nicht die gesamte Summe übernehmen. Das Gremium habe vorgeschlagen, die Gesellschafter nur in Höhe des im Wirtschaftsplan ausgewiesenen Betrags um einen Defizitausgleich zu bitten, erläuterte Schröder. Jede der drei Parteien zahlt knapp 350  000 Euro. Der Rest in Höhe von 123  000 Euro soll in das laufende Jahr übertragen und erwirtschaftet werden.

„Die aktuellen Zahlen geben uns Zuversicht für eine weiterhin positive Entwicklung“, versicherte Hafenbetreiber Schnabel. „Abhängig sind wir jedoch insbesondere von der Entwicklung in der Windkraftbranche. Der Rendsburg Port hat sich auf das Handling von Schwerlastkomponenten und großen Stückgütern, zum Beispiel Windkraftanlagen, spezialisiert.

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erstellt am 20.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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