zur Navigation springen

Ausrüstung für WOA 2017 : Rendsburg packt „Full-Metal-Bags“ für Wacken

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In den Werkstätten Rendsburg-Fockbek werden 95.000 schwarze Wacken-Beutel mit Süßigkeiten, Regenzeug und anderen Kleinigkeiten gefüllt.

Mehrere große Schiffscontainer aus China standen seit Anfang Juni im Hof der Werkstätten Rendsburg-Fockbek. Inhalt: Halsbonbons, Trinkflaschen, Regenschutz und viele andere Kleinigkeiten. In den Wochen danach war es die Aufgabe der Beschäftigten in der diakonischen Einrichtung, die Gegenstände zu sortieren, um sie anschließend in viele kleine schwarze Beutel zu packen. In weißer Schrift prangt auf ihnen die Aufschrift „28 years louder than hell“, zu Deutsch: „28 Jahre lauter als die Hölle“. Besonders den Fans der Metal-Szene ist dieser Ausspruch natürlich sofort ein Begriff, denn die sogenannten „Full-Metal-Bags“ sollen in gut drei Wochen kostenlos an die Besucher des Wacken Open Air verteilt werden.

Rund 85.000 Teilnehmer werden vom 3. bis zum 5. August auf dem Heavy-Metal-Festival in der Gemeinde im Kreis Steinburg erwartet. Bereits seit 2009 versorgen die Werkstätten Rendsburg-Fockbek das Festival mit den Metal-Bags. Und genau wie das Festival wächst auch die Produktion der Taschen immer weiter. „Angefangen haben wir mit 40.000 Beuteln, mittlerweile sind wir bei 95.000“, berichtet Werkstätten-Leiterin Birgit Schatz. Wegen der neuen Sicherheitsbedingungen ist der Beutel in diesem Jahr nur noch halb so groß wie früher. Weniger enthalten ist deshalb jedoch nicht. „Dieses Mal ist sogar eher mehr drin als in den vergangenen Jahren“, so die Leiterin. Knapp 50 Beschäftigte der Werkstätten Rendsburg-Eckernförde arbeiten an dem Großauftrag. „Unsere Leute sind sehr stolz darauf, ein Teil der Wacken-Family zu sein“, sagt Birgit Schatz.

Insgesamt finden rund 180 Menschen mit Behinderung in der Einrichtung an der Büsumer Straße eine Aufgabe. Aufgrund ihres Handicaps haben sie kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Was nicht ist, kann aber noch werden. Die Tätigkeit in den Werkstätten soll dabei helfen, sie irgendwann in der Berufswelt zu integrierten.

Wenn nicht gerade Wacken-Beutel gepackt werden, erledigen die Beschäftigten der Einrichtung die verschiedensten Aufträge. Einfache handwerkliche Aufgaben stehen im Mittelpunkt. So werden etwa LED-Bänder für ein großes Wohnwagenwerk zusammengesetzt, Vogelhäuser angefertigt oder Gimmicks an Kinderzeitschriften beigefügt. Aber auch eine eigene Druckerei und eine Kfz-Werkstatt werden von den Werkstätten betrieben.

Auch in diesem Jahr enthält der Beutel wieder alles, was ein „Schwermetaller“ benötigt, um sicher durch den Festival-Alltag zu kommen. Neben einer faltbaren Trinkflasche, einem Regen-Poncho und zwei Bonbons gegen Heiserkeit gehören auch Postkarten, Aufnäher, Sticker, Magnet, Gehörschutz, Kugelschreiber, eine laminierte Passkarte sowie insgesamt 16 Flyer zum Sortiment. Zusätzlich gibt es erstmals nicht nur ein Pflasterset, sondern gleich ein ganzes „First Aid Kit“ voll mit Pflastern, Erfrischungstuch, Sonnencreme und Kondom. Die Packung kann zudem auch als wasserfeste Schutzhülle für Handys benutzt werden. Bis zum 27. Juli müssen alle Beutel fertig gepackt und in Containern verstaut sein. In Lastwagen geht es für die „Full:Metal:Bags“ schließlich ins gut 50 Kilometer entfernte Wacken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen