Schiffbrückenplatz : Rendsburg: Messer-Attacke war erfunden

Schiffbrückenplatz in Rendsburg: Hier ereignete sich der Vorfall, der zwei junge Rendsburger nun in Schwierigkeiten bringt. Sie werden sich wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten müssen.
Schiffbrückenplatz in Rendsburg: Hier ereignete sich der Vorfall, der zwei junge Rendsburger nun in Schwierigkeiten bringt. Sie werden sich wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten müssen.

Der Angriff entpuppte sich als Unfall: Die Polizei hat den rätselhaften Vorfall im Rendsburger Stadtzentrum aufgeklärt.

Avatar_shz von
01. Februar 2018, 15:53 Uhr

Rendsburg | Bizarre Wende im Fall der angeblichen Messer-Attacke auf dem Schiffbrückenplatz in Rendsburg: Einen Messerstich gab es wirklich, einen Angriff aber nicht. Er war erfunden. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Die Fahndung nach einem Tatverdächtigen mit Kapuzenpullover wurde eingestellt.

Ein 17-jähriger Rendsburger hatte am Mittwoch auf dem Polizeirevier angegeben, er sei von einem Unbekannten auf dem Weg zu einem Geschäft am Schiffbrückenplatz von hinten angefallen und mit einem Messer an der Schulter verletzt worden. Der Täter sei in Richtung Holsteiner Straße geflüchtet, schilderte das Opfer und erstattete Anzeige. Die Polizei startete darauf einen Zeugenaufruf.

Am Donnerstag entpuppte sich die vermeintliche Straftat als Lügengeschichte. Die weiteren Ermittlungen brachten den wahren Ablauf ans Licht. Sie ergaben, dass der 17-jährige tatsächlich gegen 12 Uhr mit seinem 18-jährigen Kumpel auf dem Schiffbrückenplatz war. Der Ältere hatte ein sogenanntes Multitool mit einer Messerklinge dabei. Im jugendlichen Übermut griff er seinen Freund im Spaß an – und zwar so ungeschickt, dass er ihn ungewollt an der Schulter verletzte.

Der behandelnde Arzt und auch ein Betreuer des 17-jährigen drängten darauf, den Sachverhalt bei der Polizei anzuzeigen. Diesem Druck gaben die Beteiligten nach. Nach Schilderung eines Polizeisprechers befürchteten sie Nachteile für sich und brachten nicht mehr den Mut auf, den Unfall so zu schildern, wie er sich tatsächlich zugetragen hatte. Beide Jugendlichen wurden nochmals auf die Wache gebeten. Bereits am Telefon ließ der eine von ihnen durchblicken, dass sich das Geschehen wohl doch anders darstellte als zunächst geschildert. Durch die Presseberichte und Beiträge auf Facebook trieb sie das schlechte Gewissen um, und sie schilderten glaubhaft den wahren Verlauf. Ein Strafverfahren wegen des Vortäuschens einer Straftat wurde eingeleitet.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

 
zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert