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Vorfreude : Rendsburg kauft schwarz-rot-gold

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Einzelhandel setzt auf Fan-Artikel für die Europameisterschaft. Deko-Artikel, Trikots und der EM-Ball sind die Renner.

Langsam, aber sicher, geht das EM-Fieber los. Der Rendsburger Einzelhandel hat sich auf das Großereignis eingestellt und den Bestand an Fan-Artikeln kräftig aufgerüstet. „Bis jetzt mussten wir noch nichts nachbestellen“, sagt Jessica Ewald vom Deko-Geschäft Fantasia auf der Hohe Straße. „Der Ansturm geht erst mit dem ersten Spiel los“, sagt sie. Und wenn die deutsche Mannschaft ihr erstes Spiel dann auch noch gewinnen sollte, gehören die Fan-Artikel von einem Tag auf den anderen zu den Verkaufsschlagern, weiß sie. In ihrem Ladenlokal ist ein Tisch jetzt schon komplett mit schwarz-rot-goldenen Verherrlichungsartikeln belegt. Andere EM-Teilnehmer kommen hier nicht vor. Eher zufällig hat sich auch ein Deko-Gockel, pardon, der gallische Hahn natürlich, das Symboltier des Gastgeberlandes Frankreich, dazu verflogen. Und wer kauft was? „Männer kaufen vor allem Fahnen, Artikel für das Auto und alles, was lärmt“, sagt sie. Frauen kaufen dagegen alles, mit dem sie sich selber schmücken können. Mit Fähnchen besetzte Haarreife etwa oder Ohrring-Clips mit Federschmuck in Landesfarben. „Die Schminke ist aber immer als erstes ausverkauft“, sagt Ewald.

Alte Hüte sind die Autofahnen, Filz-Zylinder und Klatschhilfen in den Farben der deutschen Trikolore. Ein neuer Hut und extra für die Europameisterschaft in Frankreich hergestellt ist dagegen die schwarz-rot-goldene Baskenmützen. Gleichfalls neu ist der patriotisch gestimmte „Auto-Bikini“ – ein Stoff-Lätzchen für die Felgen. Und nach Wackel-Elvis und Wackel-Dackel gibt es nun endlich auch den Wackel-Nationalspieler für das Armaturenbrett. Übrigens mit austauschbarer Rückennummer, falls der Lieblingsspieler sich doch einmal als Chancentod erweisen sollte. Weit weniger schrill geht es dagegen in der Sport-Abteilung von ID Sievers zu. „An erster Stelle verkaufen wir natürlich das Trikot der National-Elf. Vor allem das Auswärts-Shirt in grün und schwarz verkauft sich gut“, sagt Jürgen Borngrüber. Kostenpunkt: 69.99 Euro. Erfahrungsgemäß steige der Ansturm auf die Fan-Artikel exponentiell mit dem Weiterkommen der deutschen Mannschaft an. Gut für Borngrüber, der vom Gewinn des EM-Titels überzeugt ist. „Ich glaube fest daran, obwohl die Europameisterschaft schwerer wird als die WM“, sagt er. Bis dahin kann man sich ja die Zeit mit einem Klassiker der Spielwarenabteilungen versüßen – Tippkick. Das Fußball-Spiel (40 Euro) ist für die Europameisterschaft neu aufgelegt und behutsam an die Neuzeit angepasst worden: Es wird jetzt mit USB-Stick geliefert, auf dem die Nationalhymnen gespeichert sind. Teilweise hat man den Eindruck, dass die Geschäfte die EM nutzen, um ihre Lager leer zu räumen. So hat ID Sievers auch Fan-Schals von Costa Rica, Japan und Chile im Angebot, und der Ein-Euro-Shop verkauft wieder Vuvuzelas. Zur Erinnerung: Die südafrikanischen Tröten machten die WM 2010 auch akustisch zu einem unvergesslichen Ereignis.

Das EM-Fieber hat Thorsten Aust von Sport Rakete noch nicht angesteckt. „Bei mir ist wenig mit EM–Vorbereitung. Wir bereiten selber gerade die Hand- und Fußballvereine in der Region auf die neue Saison vor“, sagt er. Häufig ließen Kunden sich ein National-Trikot mit dem Namen des Lieblingsspielers besticken – oder gleich mit dem eigenen. Bei Kindern beliebt ist die Replika des EM-Balls für 25 Euro. Aber auch den Originalball für 140 Euro verkauft Aust häufig. Sein eigenes Schaufenster hat er übrigens nicht geschmückt. Dafür das der Coburg´schen Buchhandlung. Wer nicht weiß, wie er die Zeit zwischen den Spielen überbrücken soll, kann sich dort mit Fußball-Lektüre eindecken. „Wir haben ohnehin immer Fußballtitel vorrätig“, sagt Patrick Goeser. „Jetzt haben wir auch EM-Fachliteratur dazugeholt“, sagt er. Goeser ist zwar Fußball-Fan, die Vorfreude auf das Großereignis kocht bei ihm aber auf kleiner Flamme. „Ich fühl mich eher in der Bundesliga bei meinem Heimatverein zu Hause“, sagt er. Ganz weggucken wird er aber dennoch nicht. Schließlich stellt sein Verein, der 1. FC Köln, mit Jonas Hector auch einen EM-Fahrer.  



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erstellt am 07.Jun.2016 | 12:06 Uhr

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