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Plan der Kanalverwaltung : Rendsburg: Ersatzfähre auf historischen Spuren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Sicherheitsauflagen im Rendsburger Kreishafen sind zu hoch: Deshalb wird der Anleger an der Nordseite des Nord-Ostsee-Kanals jetzt 600 Meter weiter westlich geplant – ähnlich wie vor 55 Jahren.

shz.de von
erstellt am 01.Mär.2016 | 05:30 Uhr

Rendsburg | Bei der Planung eines schwimmenden Ersatzes für die bei einem Unfall beschädigte Schwebefähre hat die Kanalverwaltung ihren Kurs korrigiert. Angestrebt wird jetzt nicht mehr ein Anleger im Bereich des Rendsburger Kreishafens unterhalb der Eisenbahnhochbrücke (Variante Ost, siehe Grafik unten), sondern etwa 600 Meter weiter westlich – außerhalb der umzäunten Anlagen (Variante West). Damit umgeht man die hohen Sicherheitsauflagen zur Terrorabwehr, die nach den Anschlägen im September 2001 verhängt worden waren.

Die Schwebefähre ist eine wichtige Verbindung zur Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals und historisches Wahrzeichen. Die Fähre wurde bei dem Unfall so stark beschädigt, dass sie aktuell nicht mehr einsatzbereit ist.

Mit der neuen Planung nähert man sich historischen Spuren. Denn einen Pendelverkehr per Schiff in diesem Bereich des Nord-Ostsee-Kanals gab es schon einmal, wie das Foto von LZ-Leserin Heidrun Möller auf dieser Seite zeigt. In der Zeit zwischen dem Stilllegen der Drehbrücke (1961) und der Eröffnung des Fußgängertunnels (1965) wurde eine Fähre eingesetzt. Der Anleger auf nördlicher Seite befand sich dicht am Hotel „Conventgarten“, die Zufahrt im Süden unweit der Kanalmeisterei. Damals wurden auch Fahrzeuge befördert. Das ist im aktuellen Fall anders. Mit dem am Freitag gestarteten, sogenannten Interessenbekundungsverfahren wird nach dem Betreiber einer Personenfähre gesucht. Bis zum 24. März können Bewerber ihr Angebot beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau abgeben. Am 1. Juni ist geplanter Betriebsbeginn. Das Schiff soll zwischen 60 und 100 Fußgänger und Radfahrer pro Stunde transportieren können. Der Anleger im Norden müsste an der Wehraustraße, auf Höhe „Famila“, erst noch gebaut werden. Am Ufer schräg gegenüber gibt es ihn schon. Er befindet sich am „Kanal-Café“.

Es gibt zwei Varianten für den Ersatz der Schwebefähre.
Es gibt zwei Varianten für den Ersatz der Schwebefähre. Foto: shz-Grafik Yalim
 

Die Distanz zwischen beiden Punkten beträgt 220 Meter und ist knapp 100 Meter kürzer als die zunächst favorisierte Verbindung zwischen dem östlichen Zipfel des Schwerlasthafens und dem Kreishafen (Variante Ost). „Wichtig ist, dass es auf beiden Seiten einen sicheren Liegeplatz für die Fähre gibt“, sagt WSA-Leiter Dieter Schnell. Der Schiffsverkehr auf dem Kanal dürfe nicht behindert werden. Aus diesem Grund habe man einen Pendelverkehr am jetzigen Schwebefähren-Anleger verworfen. „Aus Sicherheitsgründen“, so Schnell. Die Lage unter der Hochbrücke sei zu exponiert, „auch wenn es das früher schon einmal gegeben haben mag“.

Die Kanalverwaltung plant einen Tagesbetrieb von 7 bis 15 Uhr. In den Ferien verkehrt die Fähre nicht. Wie es im Anforderungsprofil weiter heißt, soll sie mit einem Schiffsführer und einem Decksmann besetzt werden. Zeitlich ist die provisorische Linie zunächst bis Ende des Jahres begrenzt. Bei Bedarf kann sie um jeweils drei Monate verlängert werden, sollte es bei der noch nicht terminierten Reparatur der Schwebefähre zu Verzögerungen kommen.

Zunächst jedoch muss der Havarist abgehängt werden. Bis Ende der Woche haben drei Firmen Zeit, ihr Angebot abzugeben. Danach solle der Auftrag so schnell wie möglich vergeben werden, „damit es zeitig losgehen“ kann“, so Behördenleiter Schnell.

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