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Landeszeitung

24. November 2017 | 01:29 Uhr

Rendsburg bleibt Rot, aber mit Abstrichen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

SPD bleibt mit 30 Prozent der Stimmen stärkste Kraft / CDU holt aber auf / AfD bringt es auf 6,8 Prozent

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2017 | 18:50 Uhr

Ginge es allein nach den Wählern in Rendsburg, hätte Torsten Albigs Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW eine zweite Chance erhalten. Zwar gab es auch in der Stadt am Kanal Verluste für die Genossen, aber sie fielen nicht so stark aus wie auf der Landesebene. Nach Auszählung der 18 Rendsburger Wahlbezirke (inklusive zweier Briefwahlbezirke) erreichten die Sozialdemokraten bei den Zweitstimmen 30,0 Prozent. Beim Urnengang vor fünf Jahren waren es 33,1 Prozent. Die Grünen kamen auf 13,0 Prozent (plus 1,1), der SSW verlor 1,6 Punkte und kam auf 5,1 Prozent.

Bei der CDU gab es einen leichten Trend nach oben. Der Union gaben 27,8 Prozent der Wähler ihre Stimme (26,4 Prozent im Jahr 2012). Deutlich verbessern konnte sich die FDP. Die Liberalen gewannen 2,1 Punkte hinzu, erreichten 9,2 Prozent und verdrängten die Piraten vom Platz 4 der stärksten Parteien. Die Piraten als Newcomer der Wahl 2012 stürzten in Rendsburg genauso ab wie auf der Landesebene und brachten es nur noch auf 1,4 Prozent. Die Linken verbesserten sich von 3,2 auf 4,6 Prozent. Die größte Überraschung war die AfD. Sie fuhr in Rendsburg aus dem Stand 6,8 Prozent ein – mehr als in Kiel. Die sonstigen Parteien brachten es in Rendsburg auf 2,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,6 Prozent, drei Punkte mehr als 2012.

Die AfD fuhr ihre beiden besten Ergebnisse in einem Stadtteil ein, der als sozialer Brennpunkt gilt. In den Bezirken 15 und 16 (beide Mastbrook) kamen die Rechtspopulisten auf 12,3 beziehungsweise 12,2 Prozent. Dies mag auch darauf zurückzuführen sein, dass die etablierten Parteien ihre Anhängerschaft teilweise nicht mobilisieren konnten. Ein Indiz dafür ist die Wahlbeteiligung. Im Bezirk 15 machten 40,8 Prozent der Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch, im Bezirk 16 waren es 32 Prozent. Dort allerdings konnten die Sozialdemokraten als einzige der traditionsreichen Parteien noch punkten und brachten es auf exakt 41,5 Prozent der Stimmen – ihr stadtweit bestes Ergebnis

Die Grünen konnten in fast allen Bezirken der Stadt zweistellige Ergebnisse einfahren und bestätigten ihre Position als drittstärkste politische Kraft. Besonders erfolgreich waren sie im Bezirk 8 (Helene-Lange-Gymnasium). Dort brachten sie es auf 20,1 Prozent der Stimmen und kamen damit der CDU gefährlich nahe, die bei 22,2 Prozent landete. In unmittelbarer Nachbarschaft (Bezirk 6, ebenfalls Helene-Lange-Gymnasium) war die Union mit 35,2 Prozent der unangefochtene Sieger und ließ die SPD (25,0) deutlich hinter sich.

Von den 16 Wahlbezirken gewannen die Sozialdemokraten insgesamt zwölf, die CDU nur vier. Die zwei Briefwahlbezirke wiederum dominierten die Christdemokraten. Den größten Abstand zwischen den beiden Volksparteien gab es im Bezirk 11 (Schule Rotenhof): Die SPD kam auf 41,2 Prozent, die CDU auf 18,5 Prozent.

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