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Westensee : Rendezvous mit Wüstenbussarden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Falknerin Klaudia Brommund bietet Spaziergänge mit den Greifvögeln an. Bei den „Hawk-Walks“ gibt es einzigartige Erlebnisse.

Vor 25 Jahren hat ein Adler Klaudia Brommund den Kopf verdreht – seitdem sind Greifvögel ihre große Leidenschaft. Um auch anderen Menschen unvergessliche Erlebnisse mit den Tieren zu ermöglichen, bietet sie seit drei Jahren „Hawk-Walks“ an. Die Gäste werden dabei auf Spaziergängen rund um das Gut Bossee von Wüstenbussarden (Englisch: Harris Hawks) begleitet.

Gleich zum Auftakt der Touren bekommen die Kunden Lederhandschuhe, auf denen die Greifvögel landen können. Viel gibt es nicht zu beachten: Der Arm wird so vom Körper weggestreckt, dass der Vogel gegebenenfalls auch darüber hinwegfliegen kann – also keinesfalls vor dem Körper oder dem Kopf. Der Unterarm zeigt nach oben und der Daumen liegt auf dem Zeigefinger auf, damit sich die Wüstenbussarde daran festhalten können.

„Ich möchte meinen Kunden in kurzer Zeit ein intensives Erlebnis ermöglichen“, berichtet Brommund. „Mir geht es darum, zu erklären, was die Falknerei ausmacht und auch ein bisschen Werbung für diese Haltungsform der Tiere zu machen.“ Viele ihrer Gäste würden sich für die Falknerei interessieren – für manche sei der Hawk-Walk dann der endgültige Einstieg in dieses Hobby. In Schulungen bereitet Brommund Anwärter auf den Falknerschein vor. „Es sind auch häufig Kinder darunter. Das ist vor allem deshalb so toll, weil es auch bei der Falknerei Nachwuchssorgen gibt.“ Sie selbst hat mit 27 Jahren ihre Begeisterung für Greifvögel entdeckt. Drei Jahre später machte sie ihren Jagd- und Falknerschein.

Insgesamt zehn Vögel leben bei ihr: zwei Steppenadler, ein Adlerbussard, ein Falke und sechs Wüstenbussarde. Auf die Jagd geht die gelernte Medizinisch Technische Assistentin aber nicht mit ihren Vögeln. „Für mich sind das Familienmitglieder“, beschreibt sie ihr Verhältnis. „Die Greifvögel der Jäger sind wie Rennpferde. Sie sind schnell und für die Jagd gemacht. Meine Tiere sind eher Dressurpferde. Ich stelle ganz andere Ansprüche an sie.“

Während der Spaziergänge werden die Vögel immer wieder mit kleinen Fleischstücken belohnt, wenn sie sich zu den Menschen gesellen. „Auf Befehle wie ‚Komm‘ oder ‚Hier‘ hören die Harris Hawks nicht, deshalb macht man ihnen ein Angebot“, erklärt Brommund. Und das besteht aus kleingeschnittenem Putenfleisch. Wichtig sei, dass die Vögel nie hungrig zu den Spaziergängen starten, da sie ansonsten aggressiv sein könnten und ihren Jagdtrieb ausleben. Die Wüstenbussarde eignen sich für die „Hawk-Walks“ besonders gut, da sie ein ausgeprägtes Sozialempfinden haben und sehr nervenstark sind. Außerdem jagen sie auch in der freien Wildbahn in Gruppen. Für sie ist es kein Problem, die Besucher in ihre Streifzüge zu integrieren, auch Fremden vertrauen sie schnell und akzeptieren sie als Partner.

Die Idee zu den Spaziergängen der besonderen Art hatte Brommund, nachdem sie immer wieder von Freunden und Praktikanten gefragt wurde, ob sie jemanden mitbringen könnten, der die Falknerin auf ihren Touren mit den Vögeln begleitet. „Das Angebot wird gern angenommen. Ich bin sehr zufrieden mit der Resonanz“, freut sich die 52-Jährige. „Für die Vögel sind die Ausflüge ebenfalls toll.“ Zum einen hätten sie somit eine dauerhafte Tätigkeit, die ihnen viel Freiheit erlaubt. Zum anderen kennen die Wüstenbussarde das Revier, in dem sie keine Gefahren zu befürchten haben. „Und sie haben jedes Mal Jagderfolg. Für sie ist es sogar sehr komfortabel: Zwischendrin bleiben sie immer mal auf dem Arm sitzen und lassen sich tragen. Sie bekommen also mehr Energie als sie verbrauchen.“ Nicht nur deshalb kann ein Wüstenbussard, der in der Obhut eines Falkners lebt, etwa 20 Jahre alt werden, in der freien Natur hingegen nur zwischen zwölf und 15 Jahren.

Diese und viele weitere Informationen bekommen Brommunds Gäste. Unter ihnen sind viele Mittelalter-Fans und Hobby-Fotografen. Die Gruppen bestehen aus mindestens zwei und maximal sechs Personen. Teilnehmen können Kinder ab acht Jahren und die Touren dauern zwischen 45 Minuten und eineinhalb Stunden. Und die sind ein ganz besonderes Erlebnis.

> Mehr unter www.horusfalknerei.de.

 

 

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erstellt am 21.Aug.2015 | 17:00 Uhr

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