Regenfälle : Rekordhochwasser im Kanal

In Schacht-Audorf hielt die Fähre an einem Notanleger. Nur Fußgänger und Radfahrer konnten zusteigen.
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In Schacht-Audorf hielt die Fähre an einem Notanleger. Nur Fußgänger und Radfahrer konnten zusteigen.

Pegel lag am Vormittag und am Abend bis zu 60 Zentimeter über Normalwert / Mehrere Fähren nahmen Autofahrer nicht mit

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05. Januar 2018, 09:54 Uhr

Zahlreiche Autofahrer mussten gestern Morgen am Fähranleger Nobiskrug in Rendsburg wieder umkehren. Wegen Hochwassers im Nord-Ostsee-Kanal (NOK) wurden nur Fußgänger und Radfahrer übergesetzt. Das gleiche Bild herrschte an den Anlegern Breiholz, Sehestedt und Landwehr. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) warnte vor Einschränkungen und Sperrungen wegen des hohen Wasserstandes.

Durch die Niederschläge der vergangenen Tage sog sich das Erdreich in der Region voll. WSV-Sprecher Matthias Visser: „Jeder Regen geht gleich in den Kanal.“ Der Pegel lag teilweise um 60 Zentimeter höher als üblich. Normalerweise hat der Kanal einen Wasserstand von 4,80 bis 4,90 Meter. In Rendsburg stieg er laut WSV gestern zwischen 9 und 10 Uhr auf 5,41 Meter, an der Fähre Breiholz gegen 8 Uhr sogar auf 5,45 Meter. „Bei 5,30 Meter wird es für die Fähren schwierig“, erläuterte Visser. Grund: Die Anleger mit Zufahrten für Autos und Lkw sind so gebaut, dass sich die Fähre passgenau darunter schieben kann. Wenn das Wasser steigt, bleibt dafür nicht genug Platz. Die Fähren hielten daher an Notanlegern, an denen Fußgänger und Radfahrer über einen Landungssteg zusteigen. Diese Möglichkeiten besteht an jeder NOK-Fährstelle.

In Brunsbüttel wurden sämtliche vier Schleusen von etwa 1.30 Uhr bis ungefähr 3 Uhr gesperrt, damit das Elbhochwasser nicht in den Kanal drückt. Nach Angaben des WSV erreichte der Fluss gegen 2 Uhr einen Pegel von 8,20 Meter – die Höchstmarke innerhalb der vergangenen 30 Tage – und lag damit um fast 3,10 Meter über dem Wasserstand des Kanals. Fischer zufolge ereignen sich diese Extremsituationen nur selten. „Dazu kommt es vier- bis fünfmal im Jahr, wenn überhaupt.“ Mit der Ebbe sank der Elbpegel gegen 7.45 Uhr wieder unter das Kanalniveau. Etwa von 8 bis 12 Uhr öffnete der WSV daher in Brunsbüttel alle vier Schleusen, um den NOK zu entwässern. Da ein Teil des Landes den Regen in den Kanal abführt, muss die WSV ständig Wasser ablassen. Vor starken Niederschlägen senkt sie den Pegel sogar auf das niedrigst mögliche Niveau. Fischer: „Bei den häufiger vorkommenden Starkregenlagen kommen wir aber nicht hinterher.“

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