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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 12:05 Uhr

arbeitsjubiläum : Rekord in Knochenarbeit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Fast ein halbes Jahrhundert hielt es Gerd Reimer in einem Betrieb aus. Dazu noch in einem Knochenjob – als Maurer. Nach 49 Jahre ist er jetzt aktiver Ruheständler.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 00:00 Uhr

Das halbe Jahrhundert hat Gerd Reimer nicht ganz geschafft. Aber der 65-Jährige hat Rekorde aufgestellt, die heutige Generationen nicht mehr erreichen werden: Insgesamt 49 Jahre arbeitete Reimer in dem Betrieb, in dem er auch seine Lehrzeit absolvierte – als Maurer, was bekanntlich Knochenarbeit ist. Auch als frisch gebackener Rentner ist er immer voller Tatendrang.

Am 28. September wurde Gerhard Reimer aus dem Sophienhammer Ortsteil Achterhamm 65 Jahre alt und damit Rentner nach 49 Arbeitsjahren. Er hat seinen Beruf als Maurer nach der Schulentlassung von 1964 bis 1966 von der Pike auf bei Meister Werner Beuck in Elsdorf-Westermühlen gelernt. Und Reimer ist der Firma Beuck Bau, heute geführt von Hans-Wilhelm Beuck, in all den Jahren treu geblieben.

„An de erste Dag , dat weer de 1. April, weer dat gruli kold mit Schneegestöber, un ik müss de Platzt oprüümen“, erinnert sich Reimer noch nach 49 Jahren. Hans-Wilhelm Beuck, Sohn des damaligen Chefs, sei damals mit der Schultasche über den Hof gelaufen, erzählt der Rentner. Bald sei das Mauern in der Kolonne losgegangen. Die Firma habe Wohnhäuser am laufenden Band gebaut, besonders viele in Breiholz. „Dat Muern worr mi nich groot wiest, dat müss ik mi vun de Kollegen afkieken.“ Das Mörtelgemisch wurde damals noch mit der Hand angerührt. Das alles sei Knochenarbeit gewesen.

Irgendwann habe er nach der Gesellenprüfung die Liebe zu Reparaturarbeiten entdeckt. Das sei vielseitiger und für ihn interessanter gewesen, sagt Reimer: „Un du kunnst seh’n, wat du schaffst hest.“ Und so wurden Keller abgedichtet, Fliesen ersetzt, und Baufälliges heil gemacht. Nach zehn Jahren Jahren fing Reimer im Auftrag seiner Firma bei den Nord-West-Deutschen Kraftwerken an (heute E.ON Hanse). Er sanierte Betonsockel für die Umspannwerke zusammen mit seinem Arbeitskollegen Peter Wendt aus Breiholz, mit dem er lange Zeit zusammenarbeitete. So auch in der Feldwebel-Schmid-Kaserne und im Rendsburger Krankenhaus, wo bei den Trockenbauarbeiten im Gebäude besondere Rücksicht wegen der Staub- und Lärmentwicklung genommen werden musste.

Ehefrau Traute, die drei Kinder und die kleine Landwirtschaft zu versorgen hatte und von Gerhard Reimer nur am Wochenende unterstützt werden konnte, ist und bleibt ihm eine treue Gefährtin. Alle Jahre sei sei mit ihm aufgestanden, um mit ihm zu frühstücken und Brote für einen langen Arbeitstag zu streichen. Die beiden Brotdosen stehen jetzt im Küchenregal – als Keksdosen für die Enkel.

Für seine Hobbys hat Gerhard Reimer jetzt mehr Zeit. Er hat sich einen zweiten Deutz, einen Oldtimer-Trecker, zum Schrauben, Ölen, und Polieren gekauft. Dann sind da noch die Kois und Goldfische in den beiden Teichen, die versorgt werden wollen.

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